Wirtschaft : Telekom: Kabelverkauf an Callahan abgeschlossen

Die TV-Kabelgesellschaft der Telekom in Baden-Württemberg hat einen neuen Mehrheitseigentümer. Wie geplant werde die US-Kabelgesellschaft Callahan Associates International LLC mit sofortiger Wirkung 60 Prozent der Anteile übernehmen, teilte die Telekom am Dienstag in Bonn mit. Zum Verkaufspreis machte die Telekom offiziell keine Angaben. Er soll aber nach Informationen aus Branchenkreisen zwischen einer und 1,2 Milliarden Euro liegen. Callahan ist bereits Mehrheitseigentümer des Kabelnetzes in Nordrhein-Westfalen (NRW). Erst in der vergangenen Woche hatte die Telekom sechs regionale Kabelgesellschaften komplett an den US-Medienkonzern Liberty Media verkauft. Diese Veräußerung muss allerdings noch durch das Kartellamt genehmigt werden. Danach wäre der Verkauf des Kabelnetzes unter Dach und Fach. Von ihren Minderheitsanteilen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg will sich die Telekom ebenfalls trennen. Insgesamt wird die Telekom mehr als 20 Milliarden Euro aus dem Verkauf erlösen. Wie die Telekom weiter mitteilte, übernimmt Callahan auch die Aktivitäten der De-Te-Kabel-Service GmbH in Baden-Württemberg und NRW. Mit dem Unternehmen sei außerdem eine Kaufoption für die verbleibenden Telekom-Anteile von 40 beziehungsweise 45 Prozent an den beiden Kabelgesellschaften vereinbart worden. Dies unterstreiche das Ziel der Telekom, sich vollständig vom Kabel zu trennen, sagte Vorstandsmitglied Gerd Tenzer.

Richard Callahan begrüßte den jetzt erfolgten Verkaufsabschluss. Baden-Württemberg sei eine der attraktivsten Kabelregionen in Deutschland. Das dortige Kabelnetz verfügt laut Telekom über rund 3,3 Millionen anschließbare und rund 2,2 Millionen angeschlossene Haushalte. Einschließlich Nordrhein-Westfalen verfüge Callahan über 6,4 Millionen angeschlossene Haushalte. In Baden-Württemberg werde das Unternehmen schnell damit beginnen, das Kabelnetz zu einem rückkanalfähigen Netz auszubauen, um multimediale Dienste anbieten zu können. In Düsseldorf und Neuss sollen bereits im Herbst interaktive Angebote wie ein schneller Internetzugang und Telefondienste an den Start gehen. Callahan sei es gemeinsam mit Banken und Investoren gelungen, die Finanzierung des gesamten Geschäftsplanes von sechs Milliarden Mark, einschließlich zukünftiger Investitionen, sicherzustellen.

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