Wirtschaft : Telekom: Kommentar: Ron Sommer braucht mehr als Programme

Corinna Visser

Hektischer Aktionismus ist Ron Sommer fremd. Zwar könne sich der Telekom-Chef Maßnahmen vorstellen, die dem Kurs der T-Aktie kurzfristig Auftrieb geben könnten. Damit tue er dem Anleger mittel- und langfristig aber keinen Gefallen, entscheidet er. Egal, was die Aktionäre fordern. Auch der jüngste dramatische Kurssturz hat den Telekom-Chef - im Gegensatz zu den Anteilseignern - nicht nervös gemacht. Er genießt die Rückendeckung seines größten Aktionärs, dem Bund. Das reicht ihm offenbar.

Immerhin: Zur Beruhigung des Publikums legt die Telekom jetzt ein Fünf-Punkte-Programm auf, das der Aktie wieder auf die Sprünge helfen soll. Doch auch das Programm hat nur einen schönen Namen. Es enthält jedoch nichts überraschend Neues. Der wichtigste Punkt, der Abbau der enormen Verschuldung von derzeit 65,5 Milliarden Euro, der stand schon zu Sommers Amtsantritt auf der Agenda. Erreicht werden soll dies vor allem durch den Verkauf von Vermögensanteilen und Beteiligungen. Doch auch hier bestehen noch Unsicherheiten. Der Börsengang von T-Mobile ist bereits in diesem Jahr verschoben worden, weil das Marktumfeld nicht stimmt. Wer will heute wissen, ob die Stimmung an den Märkten tatsächlich dreht? Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der Wert des nun zum Verkauf stehenden Immobilienvermögens. Hier hat die Telekom bereits einmal nach unten korrigiert. Zugegeben. Ron Sommers Unternehmenspolitik der ruhigen Hand verhindert weitere Panik bei den nervösen Anlegern der Telekom. Doch er muss sich nun endlich mehr einfallen lassen, um die Aktionäre von seiner Führungskompetenz zu überzeugen.

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