Wirtschaft : Telekom-Konkurrenz klagt gegen Regulierer

DÜSSELDORF (AFP).Gegen die umstrittene Regulierungsentscheidung zur sogenannten Anschlußmiete haben mehrere Konkurrenten der Deutschen Telekom geklagt.Wie sechs Unternehmen am Montag in Düsseldorf mitteilten, beantragten sie zudem beim Verwaltungsgericht Köln den Erlaß einer Einstweilige Verfügung, um an den Ex-Monopolisten nicht ab Mai die von der Bonner Regulierungsbehörde neu festgesetzten Gebühren für die "letzte Meile" entrichten zu müssen.Die Konkurrenten bemängeln demnach eine "inakzeptable Preisbildung" sowie Verfahrensfehler bei der Festsetzung der Anschlußmiete.Die Regulierungsbehörde hatte vor einem Monat verkündet, daß die Telekom von ihren Konkurrenten künftig 25,40 DM netto im Monat für die Überlassung eines Telefonanschlusses verlangen darf.Die Privatanbieter hatten eine Miete von zehn bis 15 DM für vertretbar gehalten.

Bei dem im Februar abgeschlossenen Verfahren der Regulierungsbehörde habe es nicht die vorgeschriebene öffentliche Anhörung gegeben, bemängeln die Telekom-Konkurrenten eigenen Angaben zufolge in dem Rechtsstreit weiter.Der Telekom werde zudem eine "gerichtsbekannte Verschleppung der Genehmigungsverfahren" vorgeworfen, deretwegen die Preisfestsetzung erst 14 Monate nach der Liberalisierung des Telefonmarktes in Deutschland erfolgt sei.Zu den Einreichern der Klage zählen die regionalen Anbieter EweTel, HanseNet, Isis, NetCologne, tesion und Vew Telnet.Die Anschlußmiete gilt als Schlüssel für den Wettbewerb im Telefon-Ortsnetz, da nur die Telekom über Leitungen bis in die Haushalte verfügt.Private Telefonfirmen müssen diese "letzte Meile" mieten, wenn sie Kunden ganz von der Telekom weglocken wollen.Für die Miete eines Telefonanschlusses gilt seit März 1998 ein vorläufig vom Regulierer festgesetzter Preis von 20,65 DM.

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