Wirtschaft : Telekom muss Internet-Pauschale anbieten

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Bonn (Tsp). Die Deutsche Telekom muss ihren Konkurrenten Pauschaltarife für normale Internetverbindungen per Modem oder per ISDN anbieten. Das hat die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post am Mittwoch in Bonn entschieden. Nach der Entscheidung der Regulierungsbehörde können die Netzbetreiber dann eine Vorleistungs-Flatrate beziehen, wenn sie ihr Netz an bundesweit 475 Punkten an das Telekom-Netz anschließen. Das Bonner Unternehmen hatte einen Anschluss an mehr als 1600 Orten gefordert, was die Regulierungsbehörde als Behinderung des Wettbewerbs ansah. Damit gab die Behörde einem Antrag des Telekommunikationsanbieter Mediaways statt. Die Höhe der Vorleistungspauschale will die Regulierungsbehörde noch in einem gesonderten Verfahren festlegen.

Bereits im November 2000 hatte die Behörde die Deutsche Telekom gegen deren Willen dazu verpflichtet, Internet-Dienste-Anbietern wie beispielsweise AOL Netz-Kapazitäten für den Datenverkehr in und aus dem Internet zu einem Pauschaltarif zur Verfügung zu stellen.

Bei der Telekom stieß das Vorgehen auf Unverständnis. Die Regulierungsbehörde setze ihren „Marsch gegen den Standort Deutschland fort“, kritisierte ein Telekom-Sprecher. Investitionen würden in die falsche Richtung gelenkt und nicht in die Breitbandtechnologie (DSL). Telekom-Chef Ron Sommer hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Zukunft des Internets in der Breitbandigkeit liege.

Die Wettbewerber der Telekom fordern seit längerem eine Pauschale für Vorleistungen, damit sie ihren Kunden ein entsprechendes Produkt berechnen können. Die Telekom befürchtet dagegen, dass durch Dauersurfer im schmalbandigen Internetverkehr das Telefonnetz überlastet wird und mit hohen Investitionen aufgerüstet werden muss.

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