Telekom : Neue Führungsstruktur mit altem Personal

Nach dem Verlust von einer Million Kunden allein im ersten Halbjahr geht die Telekom mit einer neuen Führungsstruktur in die Offensive. Die neue Aufgabenverteilung soll den Konzern an die Spitze Europas bringen.

Bonn - Die neue Aufgabenverteilung sei Grundstein eines Programms "Telekom 2010", sagte Konzernchef Kai-Uwe Ricke im Anschluss an eine zweitägige Sitzung des Telekom-Aufsichtsrates. Das Bonner Unternehmen wolle "Europas Telekommunikationsunternehmen Nummer eins sein, nicht nur wie heute nach Umsatz, sondern auch nach Ertrag".

Zugleich wies Ricke Spekulationen zurück, bei der Strategieklausur des Aufsichtsgremiums sei es auch um seine persönliche Zukunft als Konzernchef gegangen. "Ich fühle mich wirklich gut", sagte Ricke. "Ich folge nach wie vor meinem Plan." Die vom Aufsichtsrat auf Vorschlag Rickes beschlossene neue Aufgabenverteilung sieht vor, dass entscheidende Schlüsselfunktionen in dem Konzern ab sofort zentral geführt werden. T-Systems-Vorstand Lothar Pauly steuert demnach künftig die Bereiche Netztechnik, IT und Einkauf weltweit, T-Mobile-Chef René Obermann den deutschen stationären Vertrieb. Ricke selbst ist ab sofort zusätzlich neben dem globalen Markenmanagement die Werbeplanung zugeordnet sowie die Mediakoordination und das Werbebudget.

"Damit wird im Rahmen der strategischen Neuausrichtung dem Umstand Rechnung getragen, dass wir unseren Marktauftritt in Deutschland stärker koordinieren müssen und gleichzeitig unsere Kostenstrukturen radikal an die veränderten Marktbedingungen anpassen müssen", erklärte Ricke. "Dies geschieht unter Wahrung der klaren weltweiten Geschäftsverantwortung von T-Mobile, T-Com und T-Systems." (tso/AFP)

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