Wirtschaft : Telekom öffnet DSL-Anschlüsse für Wettbewerber Anbieter 1&1 darf nun selbst

schnelle Internetzugänge verkaufen

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Berlin (vis). InternetKunden können mit einer Vielzahl neuer Angebote für schelle Internetanschlüsse über DSL rechnen. Die Deutsche Telekom hat zum ersten Mal mit einem Wettbewerber einen Vertrag über den Wiederverkauf (Resale) ihrer DSL-Anschlüsse abgeschlossen. Der Anbieter 1&1, bisher auf dem DSL-Markt hinter der Telekom-Tochter T-Online in Deutschland die Nummer zwei, will ab August mit eigenen neuen Angeboten auf den Markt kommen. Andere Wettbewerber wie etwa AOL verhandeln noch mit der Telekom über ähnliche Angebote. Experten sind sich darüber einig, dass sich der Wettbewerb auf dem DSL- Markt weiter verschärfen wird. Offen ist aber, ob die Peise für die schnellen Internetanschlüsse jetzt noch einmal deutlich sinken werden.

Kunden, die bisher DSL über Anbieter wie 1&1 oder AOL genutzt haben, mussten sich bei der Deutschen Telekom zusätzlich einen DSL-Anschluss besorgen. Der DSL-Anschluss kommt zwar auch künftig von der Telekom, verkauft wird er dann aber von 1&1. „Der große Vorteil ist, dass wir künftig den Anschluss, den Internetzugang und den Datenverkehr aus einer Hand anbieten können“, sagt ein Sprecher von 1&1. „Es gibt dann nur noch einen Ansprechpartner und eine Rechnung.“ Außerdem kann 1&1 seine DSL-Produkte künftig selbst gestalten – auch die Preise. Über Details wollte der Sprecher allerdings noch keine Auskunft geben. 1&1 hatte nach eigenen Angaben Ende März 730000 DSL-Kunden. T-Online meldete zuletzt für Ende 2003 3,3 Millionen Kunden, das war ein Marktanteil von 72 Prozent.

Der Marktanteil von T-Online wird in Zukunft deutlich sinken. Das erwarten nicht nur Analysten. Damit rechnet auch die Telekom. Sie will aber auch aus eigenem Interesse den Wettbewerb auf dem Markt vorantreiben. Die Telekom muss sonst nämlich fürchten, dass die Regulierungsbehörde ihr – wie beim Telefon – auch bei den Internetanschlüssen die Preise vorschreiben kann.

Der Preisspielraum, den 1&1 und andere Wettbewerber beim Wiederverkauf haben werden, wird allerdings nicht sehr groß sein, befürchtet der Verband der Telekom-Wettbewerber VATM. „Das ist noch nicht der Durchbruch“, heißt es dort. „Die Telekom muss noch weiter auf die Wettbewerber zugehen.“ Zu einem Preisdumping auf dem Markt für schnelle Internetanschlüsse werde es nicht kommen, sagt auch Analyst Ralf Hallmann von der Bankgesellschaft Berlin. „Aber ich kann mir vorstellen, das die anderen Anbieter aggressiver vorgehen werden als bisher.“

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