Wirtschaft : Telekom pokert mit der Deutschen Bank

FRANKFURT (MAIN) (AP).Die Deutsche Telekom will nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ihre Kabelfernsehnetze nicht an die Deutsche Bank verkaufen.Wie das Blatt am Montag berichtete, reagierte der Telefonriese sehr zurückhaltend auf ein Kaufangebot der Bank über neun Mrd.DM, was als vorläufige Absage angesehen wird.Den Grund sieht die Zeitung in der Absicht der Investoren, die Kanäle mit Partnern zum Multimedianetz mit Zugang zum Internet und zu Online-Diensten auszubauen.Dies würde eine Konkurrenz für das Telekom-Hauptgeschäft, das Telefonnetz, bedeuten.Die Deutsche Telekom und die Deutsche Bank wollten zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

Das Kreditinstitut suchte der Zeitung zufolge Unterstützung für seinen Plan beim Verband der privaten Fernsehsender.Dieser habe erklärt, von der Telekom seien keine Investitionen in die "Zukunftsfähigkeit" des Kabels zu erwarten.Die Telekom hatte bereits bestätigt, daß sie Gespräche über das TV-Kabelnetz führt, an das rund 18 Mill.Haushalte angeschlossen sind.Zum Jahresbeginn war das Kabelnetz in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert worden.

Bislang sind Privathaushalte für die Verbindung zum Internet auf die Telefonleitung angewiesen, wofür die Telekom die üblichen Telefongebühren kassiert.Die Telekom wird seit längerem von der EU-Kommission gedrängt, sich ganz oder teilweise vom Kabelnetz zu trennen.Die Kommission nimmt an, die Telekom wolle das Netz nicht multimediafähig ausbauen, um dem Telefon keine Konkurrenz zu schaffen.Über das Kabelnetz wäre eine schnellere Datenübermittlung möglich als über die Telefonleitung.

Branchengerüchten zufolge bewirbt sich die Deutsche Bank über ihr Tochterunternehmen Deutsche Morgan Grenfell auch um das Kabelgeschäft der Telekommunikationsgesellschaft Otelo.

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