Wirtschaft : Telekom prüft Zukauf in Amerika

Aktie von Sprint Nextel legt zehn Prozent zu

Berlin - Die Deutsche Telekom hat die Übernahme des amerikanischen Mobilfunkanbieters Sprint Nextel geprüft. Die Telekom sei an der Sache dran gewesen und habe sie durchgerechnet, hieß es in unternehmensnahen Kreisen. Auf das Ergebnis habe man im Konzern jedoch verhalten reagiert. Ein Sprecher der Telekom im Bonn lehnte einen Kommentar dazu ab. Die Telekom sucht derzeit nach Möglichkeiten, die wegbrechenden Umsätze im inländischen Festnetz auszugleichen und dem niedrigen Börsenkurs auf die Sprünge zu helfen. Doch auch die Börse reagierte verhalten auf die Nachricht: Während die Sprint-Aktie mit einem Kursplus von mehr als zehn Prozent startete, verlor die T-Aktie 1,6 Prozent auf 11,60 Euro.

Bereits im März hatte eine Studie vonMerrill Lynch Spekulationen über eine Übernahme von Sprint durch die Telekom angeheizt. Die Investmentbanker hatten die Telekom als potenziellen Käufer für das angeschlagene US-Unternehmen genannt. Ein Zukauf wäre insbesondere wegen des schwachen Dollars und des niedrigen Börsenwerts von Sprint attraktiv. Sprint ist nach AT&T Wireless (27 Prozent Marktanteil) und Verizon Wireless (26 Prozent) mit einem Marktanteil von 21 Prozent die Nummer drei – gefolgt von T-Mobile USA (elf Prozent). Zusammen würden Sprint und T-Mobile also die Nummer eins auf dem US-Mobilfunkmarkt werden.

Doch eine Übernahme wäre mit erheblichen Risiken verbunden: Sprint nutzt eine andere Übertragungstechnik, was zu Problemen bei der Integration führen könnte und außerdem verliert das Unternehmen Kunden. Auch der Aktienkurs zeigt seit vielen Monaten nach unten: Seit dem Frühjahr 2006 hat die Sprint-Aktie drei Viertel ihres Wertes eingebüßt.

Analystin Heike Pauls von der Commerzbank schrieb, eine solche Akquisition erscheine zwar wegen der derzeitigen Börsenbewertung und des Wechselkursverhältnisses attraktiv, aber die Integrationsrisiken und mögliche finanzielle Risiken seien hoch. Frank Rothauge von Sal. Oppenheim schätzt den Preis auf rund 30 Milliarden Dollar. Hinzu kommen Schulden von rund 20 Milliarden Dollar. vis

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