Telekom-Rechenzentrum : Gesichert wie Fort Knox

Von außen erinnert der Bau Betrachter an ein Möbelhaus. Die Telekom eröffnet ein neues Cloud-Rechenzentrum in Sachsen-Anhalt. Sicherheit spielt nicht nur innen eine zentrale Rolle.

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Möbelhaus mit Hochsicherheitstrakt. Das eröffnete Rechenzentrum kann noch deutlich erweitert werden.
Möbelhaus mit Hochsicherheitstrakt. Das eröffnete Rechenzentrum kann noch deutlich erweitert werden.Foto: dpa

Die Gemeinde Biere mitten in der Magdeburger Börde ist ein ruhiger und sicherer Ort: keine Gefahr durch Hochwasser oder Erdbeben. Hier leben 2200 Menschen und die schauen seit kurzem auf eines der modernsten Cloud-Rechenzentren in Europa und eines der stabilsten und sichersten, wie Telekom-Chef Tim Höttges bei der Eröffnung am Donnerstag sagte. „Biere ist unser Hightech-Fort-Knox für Daten.“

Von außen erinnert der mit Aluminium verkleidete Bau der Telekom an ein Möbelhaus, findet Höttges. Doch alle 15 Meter steht eine Wärmebildkamera und man kommt nur über eine Hochbrücke ins Gebäude hinein. Der neue Standort in Biere soll nach Abschluss aller Ausbaustufen zum größten Cloud-Rechenzentrum Deutschlands aufsteigen. Die derzeitige Produktionsfläche von 5400 Quadratmetern mit 30.000 Servern kann auf 40.000 Quadratmeter erweitert werden.

Aus der Diskussion um die Sicherheit von Daten müsse Deutschland einen Vorteil ziehen, findet Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). „Wir können aus dem Problem eine Lösung und Deutschland zu einem sicheren Standort für den Umgang mit Daten machen“, schlug Gabriel in Biere vor.

Der Zwilling steht in Magdeburg

Wirtschaftsminister Gabriel (l.) fand auch den Weg nach Biere - und traf dort Telekom-Chef Höttges.
Wirtschaftsminister Gabriel (l.) fand auch den Weg nach Biere - und traf dort Telekom-Chef Höttges.Foto: dpa

Die Telekom reagiert mit der neuen Fabrik auf die wachsende Nachfrage nach Dienstleistungen aus der Cloud. So konnte der Konzern am Donnerstag eine Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Salesforce verkünden, das die Telekom-Cloud nutzen wird. Dabei werden Dienste und Daten nicht mehr auf lokalen Rechnern gespeichert, sondern flexibel je nach Bedarf über das Netz abgefragt. So sind die Daten überall und über verschiedene Geräte verfügbar. Netzbasierte E-Mail-Dienste sind nur ein Beispiel dafür.

Bis 2012 will die Telekom-Tochter T-Systems die IT-Produktion an elf internationalen Standorten bündeln. Der Zwillingsstandort Biere/Magdeburg soll dabei ein wichtiger Knotenpunkt werden. In Magdeburg gibt es bereits ein Rechenzentrum. Die Daten werden parallel in beiden Rechenzentren gespeichert, daher die Bezeichnung Zwillingsstandort. Wenn ein Rechenzentrum ausfällt, sollen die Daten über das andere ununterbrochen zur Verfügung stehen.

Die Zahl der neuen Arbeitsplätze ist überschaubar

Damit das aber nicht passiert, sind die Gebäude durch moderne Sicherheitsanlagen geschützt. Durch den Einsatz energieeffizienter Technik hat sich die Telekom bemüht, den enormen Energiebedarf um 30 Prozent zu senken. So ist nach Angaben der Telekom in Biere ein Niedrigenergie-Rechenzentrum entstanden, über dessen Standard weltweit nur zehn weitere Rechenzentren verfügten.

Wie viel Geld die Telekom investiert hat, was das Land Sachsen-Anhalt dazugegeben hat, verrät das Unternehmen nicht. Das Investitionsvolumen lag wohl im hohen dreistelligen Millionenbereich. Für Ministerpräsident Reiner Haseloff ist es wichtiger, dass 100 neue Arbeitsplätze in Biere entstehen und 30 in Magdeburg hinzukommen.

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