Wirtschaft : Telekom ruft nach einem Vermittler Erneut Warnstreiks im Tarifstreit

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Berlin - Im Tarifstreit mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi setzt die Deutsche Telekom nun auf einen neutralen Vermittler. „Wir haben heute die Schlichtung angerufen“, sagte eine Sprecherin der Telekom in Bonn. Verdi kündigte daraufhin an, die Warnstreiks zunächst auszusetzen. Es bestehe nun Friedenspflicht, sagte Verdi- Verhandlungsführer und Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder in Berlin. Die Schlichtungsgespräche würden am 26. Mai starten, sagte die Telekom-Sprecherin. Wer als Schlichter eingesetzt wird, ließen beide Seiten offen. Es gebe mehrere Kandidaten, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

An den Warnstreiks hätten sich in den zurückliegenden beiden Wochen deutlich mehr Beschäftigte beteiligt als ursprünglich geplant, teilte Verdi weiter mit. Insgesamt hätten bis Donnerstag rund 25 000 Beschäftigte an zum Teil ganztägigen Warnstreiks teilgenommen, in Berlin beteiligten sich gestern 300 Telekom-Mitarbeiter aus Karlshorst. „Die hohe Beteiligung an Warnstreiks und Protesten ist ein klares Signal an den Arbeitgeber: Die Beschäftigten und ihre Gewerkschaft lassen sich nicht alles gefallen“, sagte Schröder.

Die Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag für die 110 000 Beschäftigten bei der Telekom AG in Deutschland waren am Wochenende geplatzt, nachdem Verdi das erste von der Telekom vorgelegte Angebot zurückgewiesen hatte. Das Angebot umfasste eine Einmalzahlung in Höhe von 730 Euro für Arbeitnehmer und ein Aktienprogramm für alle Beschäftigten. Das Aktienprogramm sah zwei Pakete für die Jahre 2006 und 2007 in Höhe von jeweils 135 Euro vor. „Diese Mogelpackung hat dafür gesorgt, dass die Telekom-Arbeitnehmer jetzt erst recht hinter ihrer Gewerkschaft stehen“, sagte Verhandlungsführer Schröder. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten unter anderem eine lineare Entgelterhöhung um sechs Prozent. vis

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