Wirtschaft : Telekom: Schutzvereinigung fordert Rücktritt von T-Chef Ron Sommer

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DWS) hat Telekom-Chef Ron Sommer angesichts des Kursverlustes der T-Aktie zum Rücktritt aufgefordert. "Es ist Herbst, der Sommer ist vorbei. Ich glaube nicht, dass man mit dieser Führung das Vertrauen am Kapitalmarkt wiedergewinnen kann", sagte DWS-Geschäftsführer Klaus Nieding am Dienstag im "Deutschlandfunk". Als Beispiel für Sommers mangelnde Führungsqualitäten führte er den "verspäteten und überhasteten Einstieg" der Telekom in den amerikanischen Markt an. Auch habe Sommer bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen unklug agiert. Zugleich warnte Nieding davor, allein mit dem Austausch der Führungsspitze die Probleme des Unternehmens in den Griff bekommen zu wollen. Auch die strukturellen Probleme müssten angepackt werden. Am Montag war die T-Aktie bei katastrophaler Börsenstimmung zwischenzeitlich unter ihren Ausgabekurs von 1996 (14,57 Euro) gestürzt. Diesen Kursabsturz bewertete Nieding nicht als einmaligen "Ausrutscher". Er hielt es für denkbar, dass der Kurs der Aktie bis auf ein Niveau von zehn Euro absinke. Am Dienstag konnten sich die Papiere zunächst erholen. Börsenhändler sprachen von einer technischen Reaktion. Bis zum Mittag stiegen die Papiere um 2,4 Prozent auf 15,81 Euro. Die Nachricht, dass die Telekom den Verkauf ihres Kabel-TV-Netzes Baden-Württemberg an den US-Kabelnetzbetreiber Callahan abgeschlossen habe, unterstütze wohl den Kursverlauf positiv, sei aber nicht ausschlaggebend für das Plus.

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