Wirtschaft : Telekom soll endlich mit Aufrüstung des Kabelnetzes starten

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Der Verband der privaten Kabelnetzbetrieber (Anga) fordert von der Deutschen Telekom, bald tragfähige Geschäftsmodelle vorzulegen, wie auch die privaten Kabelnetzbetreiber künftig an den neuen Angeboten im Kabel mitverdienen können. "Wir brauchen eine Perspektive für die Investitionen", sagte Thomas Braun, Präsident der Anga, anlässlich der Eröffnung der Fachmesse "Anga Cable 2000" am Mittwoch in Berlin. Früher galt das TV-Kabelnetz der Telekom als Verlustbringer. Heute wird diese Infrastruktur, an der 18 Millionen deutsche Haushalte angeschlossen sind, als wertvolle Ressource betrachtet. Die Telekom verkauft Teile des Kabels an Partner, die sich an den Investitionen für die Aufrüstung des Kabelnetzes beteiligen sollen: mehr Bandbreite soll schnellere Übertragung und ein Rückkanal interaktive Anwendungen ermöglichen. Die Telekom beziffere die Kosten für die Aufrüstung ihres Netzes auf drei Milliarden Mark, sagte Braun. "Zwischen 300 und 500 Mark kostet noch einmal die Aufrüstung pro Haushalt." Nur etwa ein Drittel aller Kabelkunden sind direkt ans Kabelnetz der Telekom angebunden. Der Rest wird von privaten Unternehmen versorgt. Die Anga fordert die Telekom auf, so schnell wie möglich in allen neun Kabel-Regionalgesellschaften mit der Aufrüstung zu beginnen. "Die Erwerber müsen in die Netze investieren und nicht nur kaufen und dann abwarten", sagte Braun. Unterdessen berichtet das Magazin "Telebörse", dass sich die Deutsche Bank aus dem Bieterkreis für das Kabel zurückziehe. Sie reagiere damit auf einen sich abzeichnenden Misserfolg in dem Bietverfahren. Der US-Investor Callahan wolle den Kabelnetzbetreiber Telecolumbus kaufen, den die Deutsche-Bank-Tochter DB Investor 1999 für 1,4 Milliarden Mark gekauft hatte. Callahan biete 2,9 Milliarden Mark.

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