Wirtschaft : Telekom: Sonera verkauft seit Juli T-Aktien

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Der finnische Telekommunikationskonzern Sonera hat in den vergangenen Wochen 21,9 Millionen T-Aktien verkauft. Das teilte die Deutsche Telekom am Sonntag mit. Der Bonner Konzern habe dabei von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ehemalige Voicestream-Aktionäre von ihrer zeitlich befristeten Haltefrist ("lock up") zu entbinden und dem Veräußerungsprogramm von Sonera zugestimmt. Aufgrund dieser Vereinbarung habe Sonera in der Zeit von Anfang Juli bis Ende August 2001 kleine Pakete von T-Aktien marktschonend platzieren dürfen. Ein Telekom-Sprecher sagte, eine solche Entbindung sei aber ausschließlich Sonera gewährt worden, so dass mit weiteren vorzeitigen Verkäufen von T-Aktien nicht gerechnet werden müsse. "Es hat meines Wissens keine Gespräche mit anderen gegeben", sagte der Sprecher.

Haltefristen laufen aus

Die Telekom hatte bei dem Kauf der US-Mobilfunkunternehmen Voicestream und Powertel deren frühere Aktionäre, zu denen auch Sonera gehört, unter anderem mit 1,1 Milliarden Telekom-Aktien bezahlt. Die neuen Eigentümer wurden dazu verpflichtet, die Aktien eine bestimmte Zeit zu halten. Am 7. August hatte die Deutsche Bank unter anderem im Auftrag eines anderen ehemaligen Voicestream-Aktionärs, dem Hongkonger Industriekonglomerat Hutchison Whampoa, 44 Millionen T-Aktien an der Börse angeboten. Dabei seien keine Haltefristen verletzt worden, hatte Hutchison im Anschluss mitgeteilt. An den Aktienmärkten war nach dem Verkauf Besorgnis darüber aufgekommen, dass weitere Großaktionäre kurzfristig mehrere hundert Millionen T-Aktien abgeben könnten. Anfang September beziehungsweise Dezember laufen die Haltefristen für zusammengerechnet rund 550 Millionen T-Aktien aus, was mehr als zehn Prozent des Kapitals der Gesellschaft entspricht. Weil der Markt nun einen unkontrollierten Rückfluss der Aktien befürchtete, hatte die T-Aktie in der Folge mehr als 30 Prozent an Wert verloren und war am vergangenen Donnerstag bis auf 16,07 Euro gefallen, den tiefsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren. Am Freitag hatten sich die Papiere aber wieder etwas erholt und 8,5 Prozent auf 18,04 Euro zugelegt.

Obwohl Sonera während der Marktturbulenzen keine Verkäufe getätigt habe, konnte das Unternehmen innerhalb des vereinbarten Zeitraums rund 21,9 Millionen T-Aktien zu einem durchschnittlichen Preis von 25,75 Euro veräußern, teilte die Telekom jetzt mit. Die Verkäufe seien von Dresdner Kleinwort Wasserstein durchgeführt worden.

Die überwältigende Mehrzahl der Verkäufe habe keinen Einfluss auf den Kurs der T-Aktie gehabt, sagte Telekom-Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. "Diese Verkäufe belegen gegenüber allen Aktionären der Deutschen Telekom, dass der Kapitalmarkt T-Aktien ohne negativen Einfluß auf den Aktienpreis aufzunehmen vermag." Durch diesen Verkauf habe sich die Anzahl von T-Aktien, die Sonera gegenwärtig bis 1. Dezember 2001 veräußern darf, auf rund zwölf Millionen Stück reduziert.

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