Wirtschaft : Telekom steht kurz vor Scout-Verkauf Geschäft könnte rund 1,4 Milliarden Euro bringen

Frankfurt am Main - René Obermann kann die Kassen der Deutschen Telekom voraussichtlich noch kurz vor seinem Abschied als Konzernchef mit einer Milliardeneinnahme auffüllen. Finanzkreisen zufolge steht die Telekom davor, die Mehrheit an seiner Internettochter Scout24 für rund 1,4 Milliarden Euro an den Finanzinvestor Hellman & Friedman zu verkaufen. Die Amerikaner wollen 70 Prozent der Firma übernehmen, die mit rund zwei Milliarden Euro bewertet wird, wie zwei mit den Plänen vertraute Personen am Mittwoch sagten. Die Telekom und H&F lehnten eine Stellungnahme ab.

Für Obermann wäre das ein großer Erfolg: Er verschafft dem Unternehmen dringend benötigte Einnahmen für den geplanten teuren Netzausbau und die Telekom könnte auch künftig bei allen Entscheidungen eine wichtige Stimme haben. Sollte das Geschäft zustande kommen, wäre dies eine der größten Übernahmen durch ein Private-Equity-Haus hierzulande in diesem Jahr. H & F war bis 2010 mit einem Minderheitsanteil am Verlagskonzern Axel Springer beteiligt.

Die Trennung von der Gruppe ist für die Telekom aber nicht unproblematisch, denn Internetgeschäfte wie Scout24 sollen eigentlich dazu beitragen, die Umsatzrückgänge im klassischen Telefongeschäft auszugleichen. Zur Scout-Gruppe gehören unter anderem die Anzeigenseiten ImmobilienScout24 (mehr als 600 Mitarbeiter, Sitz in Berlin), AutoScout24, FinanceScout24 und JobScout24. Die Telekom hatte Scout 2004 für rund 180 Millionen Euro von der Schweizer Beteiligungsfirma Beisheim erworben. rtr

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