Telekom-Streik : Verdi lehnt weitere Verhandlungen strikt ab

Die Gewerkschaft Verdi bleibt im Streit um den Konzernumbau der Deutschen Telekom hart und sieht keinen Grund für neue Verhandlungen. Auch heute streiken wieder 15.000 MItarbeiter gegen den geplanten Konzern-Umbau.

Bonn - Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder schlug einen Aufruf der Telekom zu neuen Verhandlungen aus. Mit 15.000 Beschäftigten war rund jeder zehnte Mitarbeiter der Telekom in Deutschland zum Streik aufgerufen. Die Proteste richten sich gegen die geplante Auslagerung von rund 50.000 Stellen in den neuen Bereich T-Service.

Am Morgen hatte die Telekom Verdi zu neuen Verhandlungen aufgerufen. "Ich lade Verdi zur Fortsetzung der Gespräche ein", sagte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick in einer Diskussion mit Schröder im ARD-Morgenmagazin. Grundlage sei das überarbeitete Angebot des Bonner Konzerns. Dieses sieht Lohnkürzungen von neun Prozent sowie längere Arbeitszeiten vor.

Schröder wies das Gesprächsangebot umgehend zurück. "Auf der Basis kann es keine Verständigung geben", sagte er. Er verwies auf die Urabstimmung, bei der sich eine überwältigende Mehrheit der betroffenen Mitarbeiter gegen das Angebot und für einen Streik ausgesprochen hatte. Die Tarifparteien hatten zuvor in fünf Verhandlungsrunden ergebnislos um einen Kompromiss gerungen. Schröder wie auch Eick räumten ein, dass sie informelle Gespräche führten. Zu Inhalten machten sie keine Angaben.

Die Gewerkschaft und auch die Telekom rechnen weiter mit einer Beeinträchtigung der Betriebsabläufe. "Es wird wohl wieder einige kleinere Störungen geben", sagte ein Telekom-Sprecher. Verdi spricht hingegen von "mehreren zehntausend liegen gebliebenen Kundenwünschen". Betroffen sind wie schon in den vergangenen Tagen Call-Center und der Kundendienst.

Die Telekom will mit dem Personalumbau ihre Kosten senken. Durch T-Service verspricht sich das Unternehmen Einsparungen von bis zu 900 Millionen Euro jährlich. Da Verdi die Pläne ablehnt, will die Telekom die Umstrukturierung im Alleingang umsetzten. (tso/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben