Wirtschaft : Telekom-Streit nützt Mobilcom

FRANKFURT (MAIN) (rtr).Die Mobilcom AG profitiert nach eigenen Angaben vom Werbestreit mit der Deutschen Telekom.Mobilcom-Chef Gerhard Schmid sagte am Dienstag in Frankfurt, seit Beginn der öffentlichen Auseinandersetzung um die Werbepraktiken registriere Mobilcom täglich Tausende von Anrufen und neuen Verträgen.Die über Mobilcom geführten Gesprächsminuten hätten sich am vergangen Sonntag um 30 Prozent gegenüber dem vorangegangenen Sonntag erhöht.Durchschnittlich verkaufe Mobilcom täglich deutlich mehr als 17 Mill.Gesprächsminuten.Durch die Angriffe des Konkurrenten werde der Schleswiger Anbieter zu einem "Sammelbecken für alle, die unzufrieden mit der Telekom sind", sagte der Mobilcom-Chef."Ich hoffe, die Telekom schießt weiter gegen uns.Umso größer wird unsere Popularität."

Mobilcom hatte in einer Zeitungsanzeige die in der Werbung der Telekom gebräuchliche Farbe Magenta und deren Schrifttyp verwendet, um für ihre Netzvorwahl zu werben.Darauf habe die Telekom reagiert, als stehe sie "mit dem Rücken an der Wand", sagte Schmid.Die Reaktion sei übertrieben."Wir haben doch niemanden beschimpft." Die Telekom erwägt nach früheren Angaben eine Klage wegen versuchten Betruges gegen Mobilcom.Konzern-Sprecher Jürgen Kindervater hatte erklärt, mit ihren Anzeigen versuche Mobilcom die Kunden vorsätzlich zu täuschen.Mit täglich 17 Mill.Gesprächsminuten hat Mobilcom nach eigenen Angaben das für Ende 1999 geplante Volumen bereits erreicht.Daraus haben Experten einen Marktanteil von knapp zehn Prozent errechnet.Als Hauptinstrument zur Motivation der Mobilcom-Mitarbeiter bezeichnete Schmid den Einsatz von Aktienoptionen.Allerdings berge das Verfahren auch die Gefahr einer Zwei-Klassen-Gesellschaft aus Optionsbesitzern und denen, die nicht in deren Genuß kämen.Zugleich sei es ein "brutal kapitalistischer Ansatz".

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar