Wirtschaft : Telekom verkauft in Spanien und greift in Holland zu

167868_3_xio-image-472fcc56356cf.heprodimagesgrafics8191200706083318076.jpg

Berlin - Die Deutsche Telekom kommt in ihrem Bemühen voran, sich von Randbereichen zu trennen und im Mobilfunk zu expandieren. Ein Sprecher der Telekom bestätigte am Donnerstag, dass das Bonner Unternehmen ein Angebot für die Übernahme des Mobilfunkbetreibers Orange Niederlande abgegeben hat. Der Kauf sei bereits vom Aufsichtsrat genehmigt, sagte der Sprecher dieser Zeitung.

T-Mobile ist bereits im Nachbarland aktiv und mit zuletzt 2,6 Millionen Kunden nach dem Marktführer KPN und Vodafone die Nummer drei auf dem Markt. Mit der Übernahme des kleineren Konkurrenten Orange Niederlande würde T-Mobile Vodafone überholen.

Daneben verkauft die Telekom ihre spanische Internettochter Ya.com an die Franzosen. Auf diese Weise verabschiedet sich die Telekom aus dem spanischen Internetmarkt, wo der Bonner Konzern mit etwa 400 00 Kunden nur auf Platz drei liegt. Den Franzosen ist Ya.com nach eigenen Angaben 320 Millionen Euro wert. Die Telekom hatte Ya.com vor sieben Jahren für 550 Millionen Euro gekauft.

Dafür stärkt die Telekom ihr Geschäft in den Niederlanden. Orange Niederlande hat rund zwei Millionen Mobilfunk- und auch rund 600 000 Internetkunden. France Télécom befinde sich mit den Arbeitnehmervertretern bereits im Abstimmungsprozess für den Verkauf, sagte der Telekom-Sprecher. Zum Kaufpreis wollte er sich nicht äußern. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen soll er bei 1,3 Milliarden Euro liegen.

Der Bonner Konzern hat sich um Orange Niederlande nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters bis zuletzt ein Bietergefecht mit einer Gruppe um den Finanzinvestor Providence geliefert. Dabei habe die französische Gruppe das Geschäft in den Niederlanden mit dem Geschäft in Spanien verknüpft und dieser Tausch habe es ihr ermöglicht, den Preis für Ya.com zu drücken. Der kleine niederländische Markt ist zwar nur ein Nebenschauplatz. Dennoch muss es der Telekom angesichts des schrumpfenden Festnetzgeschäftes in der Heimat darum gehen, neue Erlösquellen zu erschließen. Und der Wachstumsträger im Konzern ist der Mobilfunk. vis

0 Kommentare

Neuester Kommentar