Wirtschaft : Telekom verliert weniger Kunden als erwartet Konkurrenz hatte mit mehr Wechslern im Ortsnetz gerechnet

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Berlin (vis). Die Die Zahl der TelekomKunden, die das neue Preselection-Angebot im Ortsnetz nutzen wollen, ist nach Informationen des Tagesspiegel deutlich geringer als von den Wettbewerbern des Ex-Monopolisten erwartet. Hatten die Wettbewerber noch vor Monatsfrist von 700 000 bis einer Million umstellungswilligen Kunden gesprochen, liegt die Zahl der bei der Telekom eingegangenen Anträge nach Informationen dieser Zeitung nur bei rund 500000. Die Telekom schafft in der Spitze etwa 15000 Umstellungen pro Tag. In etwa fünf bis sechs Wochen wäre der „Antragsstau“ – zur Verblüffung der Wettbewerber – dann abgebaut. Die Deutsche Telekom selbst hält sich bedeckt. „Aus Wettbewerbsgründen dürfen wir die Zahl nicht nennen“, sagt ein Sprecher des Konzerns. „Aber wir schaffen mehr als erwartet.“

Mit Preselection kann sich ein Kunde fest für einen alternativen Telefonanbieter entscheiden. Dabei muss er nicht wie beim Call-by-Call eine Netzvorwahl vorwegwählen. Der Anschluss bleibt trotzdem weiterhin bei der Telekom. Die Möglichkeit des Preselection gibt es bei Ferngesprächen bereits seit fünf Jahren. Im Ortsnetz wurde sie dagegen erst am 9. Juli dieses Jahres eingeführt. Vor dem Start hatten die Preselection-Anbieter befürchtet, dass der frühere Monopolist die Umstellung verzögern könnte, um seine Kunden möglichst lang zu halten. Die Deutsche Telekom muss nämlich die wechselwilligen Kunden auf die Leitungen der Konkurrenz umstellen.

Doch die Skepsis war offenbar unbegründet. Die von den Wettbewerbern der Deutschen Telekom befürchtete Verzögerung bei der Umstellung der Kunden auf Preselection im Ortsnetz bleibt aus. „Bisher läuft die Umstellung besser als erwartet“, sagte ein Sprecher des Telekom-Konkurrenten Arcor dem Tagesspiegel. Jeden Tag würden mehrere 1000 Kunden auf die Leitungen von Arcor umgestellt. Insgesamt seien es bereits 150 000 Kunden. Auch der Branchenverband VATM, in dem sich die Wettbewerber der Telekom zusammengeschlossen haben, lobt die Telekom. Geschäftsführer Jürgen Grützner sagte dem Tagespiegel: „Die Telekom ist bemüht, den Berg schneller abzuarbeiten, als wir befürchtet haben. Sie hat ihre Versprechen eingehalten.“

„Natürlich hätten wir uns eine schnellere Umstellung gewünscht“, sagte ein Arcor-Sprecher. Aber es laufe ganz gut. Überraschend gut. Das sagte auch ein anderer Wettbewerber, der aber namentlich nicht genannt werden will. „Schließlich kann sich das ja auch wieder ändern“, hieß es.

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