Wirtschaft : Telekom: Verringerung der Staatsbeteiligung geplant - Ron Sommer erwägt weiteren Zukauf

Die Deutsche Telekom überlegt, den Widerstand in den USA gegen die Übernahme der Mobilfunkfirma Voicestream durch einen weiteren Unternehmenskauf zu brechen. Telekom-Chef Ron Sommer wies in am Freitag veröffentlichten Interviews des "Wall Street Journal" und der "New York Times" darauf hin, dass eine weitere Übernahme die staatliche Beteiligung an seiner Gesellschaft deutlich reduzieren würde. Der Bund ist derzeit noch mit 58 Prozent an der Telekom beteiligt.

Der geplante Kauf der US-Mobilfunkfirma Voicestream für 50,7 Milliarden Dollar durch die Telekom würde den staatlichen Anteil auf 45 Prozent reduzieren. Dies liegt aber immer noch weit über der 25-Prozent-Grenze für den Staatsanteil, die nach behördlichen Vorschriften in den USA gilt. "Wenn ich morgen ein Unternehmen von der Größe der Telekom kaufen würde, würde dies den Regierungsanteil auf rund 22 Prozent reduzieren", sagte Sommer der "New York Times". Im "Wall Street Journal" fügte er hinzu: "Und es muss nicht unbedingt ein US-Unternehmen sein." An den Börsen stand die T-Aktie am Freitag weiter unter Druck und gab bis zum Nachmittag um knapp zwei Prozent auf 48,65 Euro nach.

Die Spekulationen über mögliche Übernahmekandidaten halten unterdessen an. Das größte finnische Telefonunternehmen Sonera, dementierte vehement, zum Verkauf zu stehen, wie dies die "Financial Times Deutschland" berichtet hatte. Der Beitrag sei "substanzlos", teilte das Unternehmen mit. Die Telekom bezeichnete die Berichte über einen Einstieg als "reine Spekulation". Das finnische Unternehmen ist mit acht Prozent an Voicestream beteiligt.

Ein von der "New York Times" zitierter Analyst gab einem Telekom-Einstieg bei der spanischen Telefónica oder einem erneuten Übernahmeversuch der Telecom Italia die größten Chancen. Die Zeitung verwies darauf, dass in den USA eine handvoll Firmen als Übernahmekandidaten genannt worden seien. Unter anderem sind Worldcom, dessen Fusion mit Sprint gescheitert war, die US-Firma Qwest Communications, Global Crossing und Sprint im Gespräch.

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