Wirtschaft : Telekom verzichtet bisEnde 2000 auf Entlassungen

30 000 Arbeitsplätze sollen sozialverträglich abgebaut werden

FRANKFURT (MAIN) (AFP).Die Deutsche Telekom AG verzichtet bis zum 31.Dezember 2000 auf betriebsbedingte Kündigungen, will aber weiterhin wie geplant bis zur Jahrtausendwende 30 000 Arbeitsplätze abbauen.Die Deutsche Postgewerkschaft (DPG) und die Telekom schlossen bereits in der Nacht zum Sonntag in München einen entsprechenden Tarifvertrag, wie beide Seiten am Mittwoch mitteilten.Für die Arbeitsplatzsicherheit gestand die DPG eine höhere Flexibilität beim Personaleinsatz zu.Auch bei der bereits in den vergangenen Jahren erfolgten Verringerung der Mitarbeiter um 30 000 konnte auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden. DPG-Verhandlungsführer Günter Heidorn sprach von einem "guten Kompromiß".Telekom-Verhandlungsführer Heinz Klinkhammer wertete die Einigung als entscheidenden Schritt, um die "notwendige Personalanpassung" bis zum Jahr 2000 sicherzustellen".Zur Jahrtausendwende soll die Telekom noch rund 170 000 Mitarbeiter haben.DPG-Pressesprecher Rudi Vetter betonte, es sei wichtig, daß es keine Kündigungen geben werde.Das Unternehmen müsse nun andere Möglichkeiten zum Personalabbau nutzen, etwa Abfindungen und Vorruhestand.Jetzt sei Kreativität gefordert. Kernstück der Neuregelungen ist ein internes Beschäftigungsmodell, mit dem Ungleichgewichte zwischen Personalbedarf und freien Kapazitäten ausgeglichen werden sollen.Mitarbeitern, deren Arbeitsplatz wegrationalisiert wird, sollen neue Stellen zugewiesen werden.Dazu wird eine Dienststelle namens "Projektmanagement" geschaffen, die innerhalb und außerhalb des Telekom-Konzerns ihr Wissen anbietet.Dabei handelt es sich nach Gewerkschaftsangaben um eine "Qualifikationswarteschleife" bei vollem Gehalt.Heidorn schätzt, daß bis zu 10 000 Telekom-Mitarbeiter in der neuen Dienststelle aufgefangen werden müßten. Ferner wurden die Versetzungsmöglichkeiten erleichtert.Künftig kann ein Telekom-Mitarbeiter versetzt werden, wenn der neue Arbeitsplatz mit öffentlichen Verkehrsmitteln in maximal zwei Stunden zu erreichen ist.Der DPG-Hauptvorstand stimmte dem neuen Tarifvertrag am Dienstag in Frankfurt (Main) zu.Die Telekom billigte die Einigung am Montag in Bonn.

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