Wirtschaft : Telekom: Voice-Stream hat angeblich 53 Milliarden Dollar geboten

Die Deutsche Telekom will sich nicht zu Spekulationen äußern, sie wolle für 53 Milliarden Dollar (112 Milliarden Mark) die US-Telefongesellschaft Voice-Stream übernehmen. In gut unterrichteten Kreisen in Seattle hatte es geheißen, die Telekom spreche mit Voice-Stream über ein Angebot in dieser Höhe. Dazu sagte ein Telekom-Sprecher am Donnerstag: "Solche Spekulationen kommentieren wir nicht". Analysten stuften den genannten Kaufpreis für die einzige noch unabhängige US-Mobilfunkgesellschaft als zu hoch ein. Branchenkreise hatten mit 35 Milliarden Dollar gerechnet.

Hans Huff, Analyst bei der Bankgesellschaft Berlin, sagte, der angeblich für Voice-Stream gebotene Preis liege "jenseits von Gut und Böse". Das gelte auch, wenn die Telekom einen strategischen Aufpreis für den Eintritt in den US-Markt zahlen müsse. Umgerechnet würde dies 20 000 Dollar für jeden der 2,29 Millionen Voice-Stream-Kunden bedeuten. Beim Kauf des britischen Mobilfunkunternehmens Orange habe France Télécom umgerechnet nur etwas mehr als 7000 Dollar je Kunden bezahlt. Holger Grawe, Analyst bei der WestLB, sagte: "Der Preis ist sehr hoch, aber ein strategischer Preis". Die Telekom könne sich nicht leisten, überboten zu werden, nachdem sie erklärt habe, sie wolle ein "Global Player" werden.

Nach einem Bericht des "Wall Street Journal" droht möglicherweise ein Bieterwettkampf um Voice-Stream zwischen der Telekom und der NTT DoCoMo, einer Tochter der japanischen Nippon Telegraph and Telephone Corp. Die Zeitung hatte berichtet, DoCoMo sei in Verhandlungen mit Hutchison Whampoa, die 23 Prozent an Voice-Stream halte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben