• Telekom wehrt sich gegen Vorwurf der Gebührentrickserei Softwarefehler soll zu überhöhten Rechnungen geführt haben

Wirtschaft : Telekom wehrt sich gegen Vorwurf der Gebührentrickserei Softwarefehler soll zu überhöhten Rechnungen geführt haben

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Hamburg/Bonn (dpa). Die Telekom hat einen Bericht über neue Pannen bei Telefonrechnungen zurückgewiesen. „Die Rechnungen sind richtig“, erklärte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek am Samstag in Bonn.

Telekom-Chef Ron Sommer sagte in der „Welt am Sonntag“, es lasse sich bei 50 Millionen Rechnungen im Monat zwar nicht ausschließen, dass Fehler auftauchen. „Doch ich sage, dass man sich auf die Standardrechnung verlassen kann.“ Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, die Telekom habe über Monate mit gravierenden Softwarefehlern bei der Abrechnung von Gesprächen mit der Inlandsauskunft 11833 zu kämpfen gehabt. Kunden könnten mit ungerechtfertigt hohen Summen belastet worden sein, weil durch den Fehler Verbindungen nicht oder zu spät beendet worden seien.

Telekom-Sprecher Lissek sagte, das Unternehmen habe im vergangenen Jahr etwa vier Monate lang „den Fehler gesucht, behoben und die fraglichen Rechnungen überprüft.“ Es gebe seitdem keine neuen System- Probleme. Der „Spiegel“ berichtet dagegen, dass ab Januar 2002 der Fehler erneut aufgetreten sei. „Das weisen wir mit Nachdruck zurück“, sagte Lissek. Nach bestimmten Kriterien würden auffällige Verbindungen ohnehin gesondert geprüft. Extrem lange Telefonate mit der Telekom-Auskunft seien aber gar nicht nicht so ungewöhnlich. Manche Firmen brächten ihre Adresslisten mit Hilfe der Auskunft auf den neuesten Stand. Darüber hinaus gibt es laut Telekom täglich rund ein Dutzend Dauergespräche von über fünf Stunden Dauer mit den teuren 0190-Nummern.

 Die Bundesregierung denkt nach einem Bericht des „Focus“ über ein Preislimit für 0190er-Nummern nach, um Betrügern das Handwerk zu legen. „Wir erwägen die Einführung einer Obergrenze“, sagte der Staatssekretär im Bundesverbraucherschutzministerium, Alexander Müller. Das Preislimit solle greifen, wenn die von Verbraucherschutzministerin Renate Künast angekündigte Änderung der Telekommunikations-Kundenschutzverordnung keinen Erfolg zeige. Mit der Änderung müssten Anbieter von 0190er-Nummern nachweisen, dass sie zu Recht Geld vom Kunden verlangen.

Laut „Spiegel“ nähren neue Auswertungen der Meckenheimer Einkaufsgemeinschaft Communitel Zweifel an der Zuverlässigkeit der Telekom-Rechnungen. Das Unternehmen, das sich mit der Telekom in einem Rechtsstreit befinde, habe rund 100 Millionen Gesprächsdatensätze analysiert. Danach gebe es bei rund 20 Millionen Datensätzen „Fehler und Auffälligkeiten“.

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