Wirtschaft : Telekom will eigenständig bleiben

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Die Deutsche Telekom schließt für sich eine Fusion wie den des Online-Dienstes AOL mit dem Medienkonzern Time Warner aus. Das Unternehmen wolle auch künftig einer großen Zahl von Anbietern die Möglichkeit geben, über das Internet-Portal der Telekom ihre Produkte und Dienstleistungen anzubieten, sagte der für Produktmarketing verantwortliche Telekom-Vorstand, Detlef Buschal, am Dienstag auf dem 3. Multimedia-Symposium der Telekom in Berlin.

Online-Surfer erwarteten mittlerweile offenbar, dass Informationen oder Musik aus dem Internet nichts kosten. Nur über die Exklusivität der angebotenen Informationen könnten die Nutzer in Zukunft bereit sein, für Inhalte zu bezahlen. Dies dürfte der Hauptgrund für die Fusion von AOL, Time Warner und EMI gewesen sein, sagte Buchal. Die Verknüpfung der verschiedenen Medien zeige, wie wichtig es sei, "das Endgerät mit dem Anschluss mit weiteren Dienstleistungen zu kombinieren." Eine Schlüsselrolle in der Telekommunikation werde den Bereichen Mobiltelefonen und Multimedia zukommen. "Das Handy wird das Bindeglied in der Sprach- und Datenkommunikation darstellen", sagte Buchal.

Zur Frage, ob die Zukunft der Telekommunikation im Mobilfunk liege oder in der Interaktion von Festnetz, Mobilfunk und Internet, meinte Buchal, Ziel der Telekom sei es, jegliche Information über jedwedes Medium auf jedes erdenkliche Endgerät zu bringen. "Dies schließt für die Telekom einen Deal wie den zwischen Time Warner und AOL aus, bei dem sich beide Partner exklusiv an den anderen binden."

Für viele Partner stellen die immer noch hohen Kosten für die Internetbenutzung in Deutschland eine Bremse für die weitere Verbreitung des Mediums dar. In den USA ist es möglich, für eine feste Pauschale im Monat im Internet unbegrenzt surfen zu können. Der Nachteil: Die Nutzer halten Ihre Online-Verbindung dauerhaft aufrecht, was zu Überlastungen beim Betreiber führen kann. Um dauerhaften Internet-Zugang anbieten zu können, arbeitet auch die Telekom an einem neuen Ansatz, sagt Buchal. Über einen zusätzlichen Datenkanal zur ISDN-Verbindung mit geringer Kapazität könne eine Stand-by-Verbindung aufrechterhalten werden, ohne das Netz zu überlasten.

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