Wirtschaft : Telekom will mehr Geld für Leitungen Höhere Netzentgelte

für Konkurrenz beantragt

Anselm Waldermann

Berlin - Die Deutsche Telekom will von ihren Konkurrenten mehr Geld für Zugangsleitungen zu den Haushalten fordern. Das monatliche Entgelt für die so genannten Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) soll von derzeit 11,80 Euro auf 17,40 Euro steigen. Dies sieht ein Antrag vor, den die Telekom bei der zuständigen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post eingereicht hat. Ein Sprecher der Behörde bestätigte dem Tagesspiegel den Eingang des Antrags, der bis Ende April bearbeitet werden soll. Nähere Angaben machte er aber nicht.

Kleinere Festnetzanbieter rechnen mit „massiven Zusatzkosten“ für die Verbraucher, wenn der Antrag durchkäme. „Entweder, wir geraten ins Minus, oder wir müssen diese Kosten an die Endkunden weiter geben“, sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), der die Telekom-Konkurrenten vertritt. Bei derzeit zwei Millionen TAL entstünden Mehrkosten von 134 Millionen Euro im Jahr; bei den von der Regulierungsbehörde für Ende des Jahres erwarteten drei Millionen TAL wären es sogar 202 Millionen Euro.

Grützner vermutet allerdings, dass die Telekom ihren Antrag „selbst nicht ganz ernst“ nimmt. „Die fordern einen so hohen Preis, um nachher einen Euro nachgeben zu können – wie Gewerkschaften bei Tarifverhandlungen.“ Der VATM mache sich aus diesem Grund vorerst keine allzu großen Sorgen. Schon in den Jahren 2001 und 2003 hatte die Telekom einen Antrag auf TAL-Entgelte in Höhe von 17,40 Euro gestellt – und war damit gescheitert, weil die Gebühr im europäischen Vergleich zu hoch und der Abstand zu den Endkundenpreisen zu gering gewesen wäre. Nach VATM-Schätzungen liegen die tatsächlichen Kosten für eine Teilnehmeranschlussleitung nur bei acht Euro.

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