Wirtschaft : Telekom will weitere Stellen streichen

Bonn/Berlin - Die Deutsche Telekom plant wegen des harten Wettbewerbs einen Stellenabbau über 2008 hinaus. „Wir sind noch nicht auf demselben Effizienzniveau wie andere ehemalige Monopolisten. Deshalb ist es unabdingbar und für manchen auch bitter, was wir in Angriff nehmen mussten und noch müssen“, sagte Telekom-Chef René Obermann der „Financial Times Deutschland“. Die Telekom hatte angekündigt, bis Ende 2008 rund 32 000 Arbeitsplätze abzubauen. „Ich bin mir bewusst, dass ich auch über 2008 hinaus viel Standfestigkeit brauche, um durch diesen Sturm zu kommen, den Reformkurs fortzusetzen.“ 2007 hatte Obermann trotz wochenlangen Streiks 50 000 Mitarbeiter in Servicegesellschaften ausgegliedert, die dort länger für weniger Geld arbeiten. Ein weiteres Abbauprogramm in den bereits angekündigten Dimensionen werde es aber nicht geben, stellte der Telekom-Chef klar.

Unterdessen spitzt sich der Tarifstreit zwischen der Telekom und der Gewerkschaft Verdi zu. „Die Entwicklung der Tarifgespräche für die T-Punkte erinnert immer mehr an die Auseinandersetzung im vergangenen Jahr“, sagte Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder am Sonntag in Bonn. Um den Druck auf die Arbeitgeberseite in den laufenden Tarifverhandlungen zu erhöhen, würden nun die Warnstreiks ausgeweitet. Verdi und die Telekom haben in bislang drei Verhandlungsrunden keine Einigung im Tarifstreit für die 5000 Beschäftigten der rund 800 Vertriebsfilialen erreicht. Die Telekom bietet drei Prozent mehr Lohn über 20 Monate und eine Einmalzahlung von 500 Euro. Schröder will die zuständige Große Tarifkommission der Gewerkschaft über das Angebot, das bis zum kommenden Donnerstag befristet ist, abstimmen lassen. „Ich werde empfehlen, das Angebot abzulehnen“, sagte er. dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben