Telekommunikation : Freenet kämpft gegen Aufspaltung

Das Management der Freenet AG wehrt sich gegen die Abspaltung der Festnetzsparte. Der von Mobilcom übernommene Mobilfunkbereich wurde erst im März eingegliedert.

HamburgFreenet-Chef Eckhard Spoerr hat einer Aufspaltung des Telefonanbieters eine Absage erteilt. Die Unternehmensführung habe nicht 18 Monate die Mitarbeiter auf die Fusion eingeschworen, um sie kurz danach wieder in Frage zu stellen. Die Freenet AG habe neben der Deutschen Telekom und Vodafone/Arcor als einziger Anbieter am Markt gleichermaßen Erfahrung und Kompetenz in allen drei Bereichen Mobilfunk, Internet und Festnetz.

Einige Aktionäre, darunter die Drillisch AG als zweitgrößter Anteilseigner, sprechen sich für einen Verkauf des Festnetzgeschäfts aus. Die erst im März erfolgte Fusion von Mobilcom und Freenet.de zur neuen Freenet AG würde damit rückgängig gemacht. Eine Aufspaltung sei im Interesse aller Aktionäre, bekräftigte Drillisch-Chef Paschalis Choulidis vor der Hauptversammlung. Bei einem Verkauf der Festnetzsparte sei ein höherer Erlös zu erzielen als bei einem Verbleib im Unternehmen.

Während Spoerr eine Aufspaltung ablehnte, zeigte er sich offen für einen Komplettverkauf. "Ein Zusammengehen mit einem Wettbewerber könnte sinnvoll sein", sagte er. Mit der Suche nach einem möglichen Partner wurde die Investmentbank Morgan Stanley beauftragt. Der Freenet-Chef reagiert damit auf die Forderung einiger Großaktionäre, wie K Capital und Hermes.

Gewinnsprung in 2007 erwartet

Spoerr stellte für das laufende Geschäftsjahr weiterhin einen deutlichen Ergebnissprung in Aussicht: Die Planungen für 2007 sehen einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 250 Millionen Euro und einen Gewinn vor Steuern von 160 Millionen Euro vor. Im vergangenen Jahr hatte die Gesellschaft ein Ebitda von 147 Millionen Euro und einen Vorsteuergewinn von 117 Millionen Euro ausgewiesen. Zu der Steigerung trägt eine Umstellung der Rechnungslegung bei.

Auf der Hauptversammlung sollen die Aktionäre der Ausschüttung einer Sonderdividende von sechs Euro pro Aktie sowie der Berufung von drei neuen Aufsichtsräten zustimmen. Einige Anteilseigner fordern indes eine höhere Ausschüttung von bis zwölf Euro. Gegenvorschläge lagen bei der Wahl des Aufsichtsrats vor. So fordert Drillisch eine Ablösung von Aufsichtsratschef Helmut Thoma sowie zwei weiterer Aufsichtsräte. Choulidis wirft ihnen vor, ein umstrittenes Aktienoptionsprogramm über bis zu 50 Millionen Euro gebilligt zu haben. Thoma wies die Vorwürfe zurück. (mit dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar