Wirtschaft : Telekommunikation: Middelhoff lenkt im Streit mit Jahr-Gruppe ein

sbe/abo

Der niederländische Telekommunikationskonzern KPN will nach Angaben aus Unternehmenskreisen in der kommenden Woche eine Lösung zum Abbau seines Schuldenberges von 23 Milliarden Euro vorstellen. In diesem Zusammenhang erwäge KPN auch eine Fusion der deutschen Mobilfunktochtergesellschaft E-Plus mit der Mobilcom AG. An Mobilcom ist France Télécom mit 28,5 Prozent beteiligt. Zudem plant KPN eine Aktienemission im Wert von fünf Milliarden Euro.

France Télécom S.A. hält unterdessen an Mobilcom als Partner in Deutschland fest. Der Chef der Mobilfunktochtergesellschaft Orange, Jean-François Pontal, sagte gestern in Paris auf die Frage nach einer Übernahme von E-Plus: "Unsere Vereinbarungen mit Mobilcom schließen eine Kapitalbeteiligung bei E-Plus aus." Er bestätigte indessen die Gespräche von Mobilcom und E-Plus über einen gemeinsamen Aufbau ihrer Mobilfunknetze der dritten Generation (UMTS).

Ein Zusammenschluss von E-Plus und Mobilcom könne sinnvoll sein, heißt es in KPN-Firmenkreisen, selbst wenn die Partner dann eine der beiden UMTS-Lizenzen zurückgeben müssten. Mobilcom und E-Plus haben beide im vergangenen August für jeweils 8,4 Milliarden Euro UMTS-Lizenzen in Deutschland ersteigert. Branchenkenner halten ein Zusammengehen der beiden Gesellschaften jedoch für unwahrscheinlich, denn die Lizenzen können nicht verkauft werden, sondern fallen bei einer Fusion zweier Lizenzbesitzer an den deutschen Staat zurück.

Die niederländische Zeitung "Het Financieele Dagblad" berichtete, KPN werde sich ganz aus dem deutschen und aus dem belgischen Mobilfunkgeschäft zurückziehen. Dies wurde jedoch von einem KPN-Sprecher dementiert.

Nach einem zweiwöchigen Kurssturz legte die KPN-Aktie am Mittwoch an der Börse erstmals wieder zu. Unterdessen stand KPN-Vorstandschef Paul Smits der verunsicherten Belegschaft per Videokonferenz Frage und Antwort, allerdings ohne etwas Neues zu sagen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben