Telekommunikation : Telekom im Minus

Telefoniert wird immer – mit dieser optimistischen Einschätzung hatte sich die Telekom noch vor wenigen Monaten als relativ krisenresistent charakterisiert. Doch inzwischen macht sich der Wirtschaftsabschwung in den Telekom-Zahlen bemerkbar.

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Bonn - Telefoniert wird immer – mit dieser optimistischen Einschätzung hatte sich die Telekom noch vor wenigen Monaten als relativ krisenresistent charakterisiert. Doch inzwischen macht sich der Wirtschaftsabschwung ebenso in den Telekom-Zahlen bemerkbar wie der schärfer werdende Wettbewerb, der der Telekom vor allem in Großbritannien Probleme bereitet. Allein im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres erwirtschaftete die Telekom einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro. Der Grund dafür seien Abschreibungen auf die britische Mobilfunktochter, ein schwieriges Geschäft in den USA und Polen und ungünstige Wechselkursentwicklungen, teilte das Unternehmen mit. Der Umsatz stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode noch um 6,2 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro.

Bei der Vorlage des Zwischenberichts in Bonn zeigte sich Vorstandschef René Obermann dennoch zuversichtlich: In den meisten Bereichen des Konzerns liefen die Geschäfte stabil. Den positiven Schub beim Umsatz verdankt die Telekom im wesentlichen der Neuerwerbung OTE. Die griechische Telefongesellschaft wird seit Februar in die Konzernrechnung einbezogen. Im Inland dagegen sank der Umsatz um 4,3 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.

In den ersten drei Monaten des Jahres kündigten erneut gut 600 000 Kunden ihren traditionellen Festnetzanschluss bei der Telekom. Dafür konnte das Unternehmen im Geschäft mit schnellen Internetanschlüssen seinen Marktanteil festigen. „Im ersten Quartal haben wir netto rund 390 000 Neukunden hinzugewonnen“, sagte Obermann. Dies sei ein Anteil bei den Neukunden von 53 Prozent. Von einer Trendwende sprach Obermann im lange Zeit schwierigen Großkundengeschäft (T-Systems). Berichte über drohende betriebsbedingte Kündigungen bei T-Systems wies Obermann indes zurück und sprach von „Säbelrasseln“.

Die Neuerwerbung OTE mit ihren zahlreichen Mobilfunktöchtern in Südosteuropa soll im laufenden Jahr zwei Milliarden Euro zum Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beitragen. Damit würde der im Februar für die Telekom ohne OTE vorausgesagte Rückgang des Ebitda um zwei bis vier Prozent mehr als ausgeglichen. Rechnerisch ergäbe sich sogar ein Plus von mindestens sechs Prozent. vis

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