Wirtschaft : Telekommunikationsmarkt: Wettbewerber der Telekom in der Krise

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Die neuen Telefon-Festnetzgesellschaften geraten gegenüber der Telekom weiter ins Hintertreffen. In diesem Jahr erwartet ihr Verband VATM erstmals seit dem Beginn der Liberalisierung im Jahr 1998 einen sinkenden Marktanteil gegenüber der Telekom. Ende 2000 habe der Marktanteil der neuen Festnetzanbieter am Branchenumsatz 13,4 Prozent betragen, heißt es im am Mittwoch veröffentlichten "Weißbuch zur Wettbewerbssituation im deutschen Telekommunikationsmarkt" des VATM. Fast alle der 180 neuen TelekomWettbewerber schreiben wegen der hohen Anfangsinvestitionen noch rote Zahlen. Viele Unternehmen hätten mehrfach den geplanten Zeitpunkt für das Erreichen der Gewinnzone verschoben. Die Ursache für die Krise der Newcomer sieht der VATM, in dem 55 Unternehmen zusammen geschlossen sind, in der zögerlichen Marktöffnungspolitik der Regulierungsbehörde.

VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner forderte eine "umgehende Kurskorrektur in der Liberalisierungspolitik". Anderenfalls würden in den nächsten zwölf Monaten 20 000 Arbeitsplätze vor allem in der Zuliefer-Industrie verloren gehen, weil Investitionen in den Netzaufbau gestoppt würden. Schon jetzt müsse im Festnetz- und Onlinedienste-Markt mit einem Investitionsausfall von fünf Milliarden Mark gerechnet werden. 10 000 Stellen seien bereits verloren gegangen. In den vergangenen Jahren hätten die überwiegend ausländischen Investoren im Vertrauen auf eine zügige Liberalisierung 15 Milliarden Mark in Festnetze, Internet und Datendienste gesteckt.

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