Wirtschaft : Telekommunikationsmarkt: Wissenschaftler für Deregulierung

mot

Die Regulierung des deutschen Telekommunikationsmarktes sollte nach Auffassung von Wissenschaftlern radikal zurückgeführt und im Ortsnetzbereich auf die so genannte "letzte Meile" zum Kunden beschränkt bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt eine ordnungspolitische Studie der Rechts- und Wirtschaftsprofessoren Ulrich Immenga, Christian Kirchner, Günter Knieps und Jörn Kruse, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Nach Ansicht der Professoren ist die Liberalisierung in Deutschland weit vorangeschritten, auf zahlreichen Märkten - insbesondere bei Fern- und Auslandsgesprächen - sei der Übergang vom Monopol der Deutschen Telekom zum Wettbewerb erfolgt. Eine Regulierung sei angesichts des herrschenden Preiswettbewerbs und des freien Marktzugangs für Telekom-Konkurrenten nicht mehr erforderlich. Die Wissenschaftler schlagen vor, die Regulierung "sektorspezifisch" auf so genannte "Bottlenecks" des ehemaligen Monopolbereichs zu beschränken. Dazu zählen insbesondere die Anschlussleitung zu den Teilnehmern und die lokale Netzzusammenschaltung. Die Professoren verbinden mit ihren Empfehlungen nicht die Forderung nach einer Abschaffung der Regulierungsbehörde. Diese sei für die Regulierung der "letzten Meile" noch nötig. Der übrige Markt solle aber künftig der Missbrauchsaufsicht des Bundeskartellamtes überlassen werden. Der Geschäftsbereichsleiter Ordnungs- und Wettbewerbspolitik der Deutschen Telekom AG, Hans-Willi Hefekäuser, begrüßte das Ergbenis der Studie, die nicht im Auftrag der Telekom erstellt wurde. Die Regulierung entwickle heute zunehmend eine Eigenleben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben