Wirtschaft : Teles zahlt 23 Millionen Euro an Aktionäre aus

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Berlin Der Berliner Telekommunikationsdienstleister Teles will seine Kapitalausstattung um die Hälfte reduzieren und rund 23 Millionen Euro steuerfrei an seine Aktionäre auszahlen. Teles teilte mit, ein entsprechender Beschluss solle auf einer außerordentlichen Hauptversammlung gefasst werden. Sie sei für Mitte Dezember geplant, sagte Teles- Chef Sigram Schindler dem Tagesspiegel.

Zur Begründung sagte Schindler: „Wir sind hoffnungslos überkapitalisiert. Wir haben einen positiven Cashflow und keine nennenswerten Verbindlichkeiten.“ Auch seien keine Akquisitionen geplant. Das Aktienrecht mache es Teles aber schwer, die überschüssigen Mittel an die Aktionäre auszuzahlen. „Jetzt haben wir einen Weg gefunden, der einen besonderen Charme hat: Die Auszahlung ist für die Aktionäre steuerfrei, da das Geld bereits versteuert ist“, sagte Schindler.

Schindler verneinte, dass er mit dieser Transaktion seinen Ausstieg aus dem Unternehmen vorbereite. Er selbst hält 49,8 Prozent der Teles-Anteile und bekommt somit mindestens 11,5 Millionen Euro. „Das ist nicht wie die Abfindung eines Managers, der eine Millionengage für ein paar Monate erhält. Ich habe das Unternehmen vor mehr als 20 Jahren gegründet und seither keinen Cent Gehalt bezogen.“

Im Geschäftsbereich Breitbandtechnik (DSL über Satellit) erwartet der Teles- Chef bereits Anfang kommenden Jahres deutlich anziehende Umsätze. „Die Erträge werden spätestens Ende 2005 ebenfalls steigen, zunächst werden wir aber hohe Marketingkosten haben.“

Felix Ellmann, Analyst bei SES Research, nannte die Kapitalherabsetzung „ein legitimes Mittel, um eine Sonderausschüttung von Kapital vorzunehmen, das Teles gar nicht braucht“. Klar sei aber, dass Teles auch den Aktienkurs im Blick habe. Die Teles-Aktie legte am Montag 15,8 Prozent auf 7,10 Euro zu. Schindler versuche, angesichts des schwachen operativen Geschäfts die Aufmerksamkeit der Börse auf die hohe Kapitalausstattung von Teles zu lenken. „Schindler bereichert sich nicht, er bekommt für seine Aktien das gleiche wie seine Aktionäre“, sagte Ellmann. vis/mot

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