Wirtschaft : Teletubbologie

Joachim Huber

Was ist Kinderfernsehen? Wenn Kinder fernsehen. Und was? Genau genommen sehen heute nur noch Kinder zwischen drei und fünf Jahren Kindersendungen. Die älteren wandern durch das gesamte Fernsehangebot. In dem von Wolfgang Buresch edierten Sammelband sind lauter Klassiker versammelt: „Teletubbies“, „Sesamstraße“, „Die Sendung mit der Maus“, „Löwenzahn“, „Sandmännchen“ u.a. Die Praktiker des Kinderfernsehens berichten, wie die Sendereihen, die prägenden Figuren und Formate geboren und wie sie erwachsen wurden. Stellenweise blitzt ein wenig die Eitelkeit ob des Erfolges durch die Zeilen, platzt der Stolz über das Erreichte auf die Seiten. Die Konzentration auf die „Never-Endings“ des öffentlich-rechtlichen Kinderfernsehens macht die Lücken im behandelten Thema spürbar. Das private Kinderfernsehen ist heute ungleich erfolgreicher, auch wenn es zur Klassiker-Ausbildung noch nicht gereicht hat. Obwohl die öffentlich-rechtlichen Redakteure überzeugend vermitteln, dass „sie den Kampf um ,ihre Kinder‘ nicht aufgeben“, wie Angelika Paetow schreibt. Davon handelt jede Zeile: Vom Engagement der Kinderfernsehmacher.

Wolfgang Buresch (Hg.): Kinderfernsehen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 234 Seiten, 11 €.

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