Tengelmann-Gruppe : Bieterwettstreit um Discounter Plus entbrannt

Gerangel um Deutschlands drittgrößten Billigmarkt Plus: Mehrere Interessenten streiten sich darum, bei dem Konzern die unternehmerische Verantwortung zu übernehmen. Eine Entscheidung steht in Kürze an.

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Die unternehmerische Verantwortung vom Discounter Plus steht zum Verkauf. -Foto: ddp

Mülheim/RuhrBeim Mülheimer Familienkonzern Tengelmann steht nach Informationen der "Lebensmittel Zeitung" (LZ) bereits im Oktober eine Entscheidung über die Zukunft des drittgrößten deutschen Discounters Plus bevor. Die unternehmerische Verantwortung für die Discount-Tochter der Tengelmann-Gruppe dürfte schon bald in andere Hände übergehen, schreibt die Zeitung. Für das Deutschland-Geschäft laufe derzeit ein Bieterwettstreit zwischen dem Kölner Rewe-Konzern und der Hamburger Edeka-Gruppe. Eine Tengelmann-Sprecherin bestätigte Gespräche mit mehreren Interessenten. Es werde jedoch keinen Komplett-Verkauf von Plus geben.

Absicht der Inhaberfamilie Haub sei es, die unternehmerische Verantwortung abzugeben, schreibt die Zeitung. Eine qualifizierte Minderheit wolle man nach dem derzeitigen Stand behalten. Nach Einschätzung von "Insidern" sei in einem solchen Fall jedoch auch die Vereinbarung eines Stufenplans bis zu einem späteren Komplettausstieg "wahrscheinlich", hieß es. In einer weiteren Runde werde über das Auslandsgeschäft von Plus verhandelt. Hier gebe es neben Rewe, die angeblich nicht an allen Läden interessiert seien, eine Reihe weiterer Interessenten. Edeka sei an diesen Verhandlungen nicht beteiligt.

Im Geschäftsjahr 2005/06 hatte Plus mit über 4000 Filialen einen Gesamtumsatz von 9,3 Milliarden Euro erzielt, davon entfielen 6,7 Milliarden Euro auf rund 2900 Standorte in Deutschland. Der Discounter Plus ist damit größter Geschäftsbereich des Mülheimer Familienunternehmens, das 2005/06 einen Gesamtumsatz von 25,7 Milliarden Euro erwirtschaftete. (mit dpa)

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