Wirtschaft : Terrorangst und T-Aktie belasten die Börsen

An den Finanzmärkten fallen die Aktienkurse – die Investoren halten sich zurück, weil die Tiefststände noch in Sichtweite sind

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Berlin (mot/dpa). Kursverluste der Telekom-Aktie und die große Nervosität der Anleger vor dem Jahrestag der Terroranschläge in New York am 11. September haben am Montag die Aktien belastet. Die T-Aktie verlor bis Handelsschluss 3,74 Prozent auf 10,30 Euro. Der Dax fiel im Sog des schwachen Schwergewichts um 1,62 Prozent auf 3429,22 Punkte. Auch die Technologiewerte gerieten unter starken Druck. Der Nemax50 gab um 1,26 Prozent auf 449,87 Zähler nach. Wenig positive Impulse kamen am späten Nachmittag von der New Yorker Wall Street. Der Dow Jones verlor im frühen Handel 0,6 Prozent, die Technologie-Börse Nasdaq gab um 1,3 Prozent nach.

Die Gefahr, dass die Märkte ihre Tiefststände vom Juli unterschreiten werden, sei nicht gebannt, hieß es auf dem Parkett in Frankfurt. „Es ist sehr ruhig am Markt. Alles scheint den 11.September abzuwarten“, sagte ein Händler. „Unternehmensmeldungen und Konjunkturdaten sorgen derzeit allenfalls für kurzfristige Ausschläge.“

Die Aktien von Epcos und Infineon führten die Verliererliste im Dax an, nachdem die Deutsche Bank sich in einer Studie sehr vorsichtig zu den kurzfristigen Aussichten des Halbleitermarktes geäußert hatte. „Wir erwarten ein gemischtes Bild bei der Berichtssaison zum dritten Quartal“, hieß es in der Analyse. Epcos-Papiere büßten 2,18 Prozent auf 13,01 Euro ein, Infineon-Anteilsscheine fielen unter die Zehn-Euro-Marke und lagen 4,31 Prozent tiefer bei 9,33 Euro.

Am Neuen Markt gewannen die Anteilsscheine von Morphosys 8,63 Prozent auf 19,25 Euro. Das Biotechnologie-Unternehmen führt mit British Biotech Fusionsgespräche. Händler sagten, dies bringe wieder Fantasie in den Wert und beflügele den Kurs. Ein Analyst schränkte ein: „British Biotech hat eine Historie von Produktfehlschlägen, aber viel Cash. Morphosys hat große Cash-Probleme. Es sieht also ein wenig so aus, als ob man zwei Blinde zusammenführen will und hofft, dass diese danach dreidimensional sehen können."

An der größten Börse der Welt in New York, die inzwischen einer Festung gleicht, ist die Sorge vor weiteren Anschlägen besonders groß. Viele Broker haben im Jahr nach den Attentaten den Finanzdistrikt verlassen. Die Stadt New York versucht verzweifelt, mit Subventionen die Finanz- und anderen Firmen im Stadtteil an der Südspitze Manhattans zu halten. Die Wirtschaftsagentur Bloomberg hat eine Bilanz über den Exodus gezogen: Rund 85 Prozent der 62467 in Downtown im vergangenen Jahr verloren gegangenen Jobs entfiel auf die Finanzbranche. 20 Prozent der Büroflächen stehen leer gegenüber nur neun Prozent vor dem 11. September 2001.

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