Teuerung : Inflation so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr

Gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise sowie die 2007 eingeführten Studiengebühren haben für die höchste Inflationsrate seit 1994 gesorgt. Rechnet man Energie- und Krafstoffkosten heraus, ergibt sich ein deutlich positiveres Bild.

Benzin
Vor allem an den Zapfsäulen mussten die Deutschen 2007 deutlich mehr bezahlen. -Foto: AFP

WiesbadenTeure Energie und höhere Lebensmittelpreise haben die Inflationsrate in Deutschland im vergangenen Jahr auf den höchsten Stand seit 13 Jahren getrieben. Mit 2,2 Prozent kletterten die Verbraucherpreise so stark wie seit 1994 nicht mehr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Starke Preisschübe gab es vor allem bei Energie und Kraftstoffen. Auch die Anhebung der Mehrwert- und Versicherungssteuer zu Beginn des Jahres heizte die Teuerung an. 2006 hatte die Rate 1,7 Prozent betragen und zuletzt 1994 mit 2,7 Prozent die Marke von zwei Prozent überschritten.

Deutschland lag damit knapp über dem Schnitt des Euro-Raums, wo die durchschnittliche Inflationsrate im vergangenen Jahr 2,1 Prozent (2006: 2,2 Prozent) betrug, teilte die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg mit. In der gesamten EU mit 27 Staaten lag der Wert bei 2,3 Prozent. Damit übertraf die Inflation in Deutschland und Europa die Warnschwelle von 2,0 Prozent. Bei Werten darüber gelten die Preise nach Lesart der Europäischen Zentralbank nicht mehr als stabil.

Zum Jahresende flachte sich der Trend in Deutschland jedoch ab. Im Dezember 2007 kletterten die Verbraucherpreise in Deutschland gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,8 Prozent, nachdem der Anstieg im November mit 3,1 Prozent den höchsten Stand des Jahres erreicht hatte. Im Vergleich zum Vormonat gab es ein Plus von 0,5 Prozent.

Teuerungsrate ohne Energie bei 1,9 Prozent

Haushaltsenergie und Kraftstoffe verteuerten sich 2007 in Deutschland um knapp vier Prozent. Bei der Energie wurde vor allem Strom mit 6,8 Prozent teurer. Mineralölprodukte verteuerten sich im Schnitt um drei Prozent, darunter Benzin und Diesel um vier Prozent. Ohne Einrechnung der Energiepreise hätte die jahresdurchschnittliche Teuerung laut Statistik nur bei 1,9 Prozent gelegen.

Vor allem in der zweiten Jahreshälfte hätten Preiserhöhungen für Nahrungsmittel die Inflation angeheizt. Die Preise für Lebensmittel stiegen im gesamten Jahr um 3,1 Prozent, vor allem Milchprodukte wurden teurer. Butter kostete 19,1 Prozent mehr, Mehl 15,4 Prozent und Vollmilch 10,3 Prozent.

Zudem wirkten sich die in einigen Bundesländern eingeführten Studiengebühren auf die Teuerung aus. Überdurchschnittlich stark stiegen auch die Preise für Alkohol (plus 3,5 Prozent), wohingegen die Preise für Kleidung und Schuhe und Computer weniger stark zulegten. (jvo/dpa)

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