Wirtschaft : Teurer, schneller, größer

BMW verdient am 5er und 7er – besonders in China

Markus Fasse (HB)

München - Der Autobauer BMW freut sich über das beste Jahr der Firmengeschichte. Der Konzern wies am Mittwoch für 2010 einen Nettogewinn von 3,2 Milliarden Euro aus und übertraf damit das bisherige Rekordergebnis aus dem Jahr 2007. Auch der Umsatz erreichte mit rund 60 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert. „Wir können mit der Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr zufrieden sein“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer in München. Die genauen Zahlen will der Konzern am kommenden Dienstag vorlegen.

Die Münchner steigerten den Absatz ihrer drei Marken BMW, Rolls-Royce und Mini um 13,6 Prozent. Damit trug vor allem die Autosparte zu dem Rekordergebnis bei. 2009 hatte BMW mit der Autoproduktion noch Verlust gemacht und rettete sich allein durch die Bankgeschäfte der Finanztochter knapp in die schwarzen Zahlen.

BMW verkaufte 2010 nicht nur mehr Autos, sondern auch deutlich größere und teurere Modelle. So legte der neu aufgelegte 5er um rund ein Drittel zu, das Flaggschiff 7er verkaufte sich fast 25 Prozent besser als im Krisenjahr 2009.

Die stärksten Absätze verzeichnete BMW in China mit 85,3 Prozent. China ist mittlerweile der drittgrößte Markt für den Konzern, nachgefragt werden große und teure Autos. Die Münchner bauen in der Volksrepublik ihre Produktion kräftig aus.

Die stärksten Einzelmärkte sind Deutschland und USA, die jeweils mit rund 267 000 verkauften Autos fast gleichauf liegen. Während Deutschland leicht zulegte, verbuchte BMW in den USA ein Plus von zehn Prozent.

Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht. „Wir streben 2011 einen Rekordabsatz von über 1,5 Millionen Fahrzeugen an“, sagte Reithofer. Bislang ist BMW auf Kurs: Im Januar lag der Absatz um knapp 28, im Februar um gut 20 Prozent über dem Vorjahr. Für das erste Quartal hat das Unternehmen zusätzliche Schichten in seinen Werken angeordnet, um die Nachfrage bedienen zu können.

Die Werke arbeiten ohnehin bereits an der Kapazitätsgrenze. BMW hat in den vergangenen drei Jahren rund 10 000 Stellen abgebaut und die Profitabilität damit erheblich gesteigert. Die Umsatzrendite in der Autosparte liegt jetzt bei acht Prozent – ein Wert, der eigentlich erst 2012 erreicht werden sollte. Betriebsrat und Gewerkschaften drängen BMW daher, mehr Leiharbeiter fest einzustellen. Die Konkurrenten Daimler und Volkswagen haben bereits zahlreiche Zeitarbeiter fest übernommen. Bislang scheut BMW diesen Schritt.

Um die Aktionäre an dem guten Ergebnis zu beteiligen, will BMW eine Dividende von 1,30 Euro pro Stammaktie ausschütten, die höchste der Firmengeschichte. Davon gehen jeweils rund 130 Millionen Euro an Johanna und Stefan Quandt und gut 90 Millionen an Susanne Klatten. Die Erben des BMW-Patriarchen Herbert Quandt halten 48 Prozent der BMW-Stimmrechte. Markus Fasse (HB)

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