Wirtschaft : Teures Benzin zu den Ferien

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New York/Berlin - Der Konflikt um gefangene britische Soldaten im Iran treibt die Notierungen an den internationalen Ölmärkten scharf in die Höhe. Und auch die Autofahrer in Deutschland zahlen zu Beginn der Osterferien den höchsten Preis für Benzin seit Jahresanfang. Experten gehen davon aus, dass beim Öl die 70-Dollar-Marke angesteuert wird. In New York stieg der Ölpreis zuletzt innerhalb einer Woche um knapp sechs Prozent. Ein Barrel (159 Liter) leichtes Rohöl kostete dort zum Wochenende 65,87 Dollar. In London kostete ein Barrel Nordseeöl der für den europäischen Markt maßgeblichen Sorte Brent 68,10 Dollar. Das war der höchste Preis seit dem 1. September vergangenen Jahres.

Auch Benzin ist deutlich teurer geworden. In Deutschland müssen Autofahrer im Schnitt knapp 1,32 Euro je Liter Super, 1,30 Euro für Benzin und 1,13 Euro für Diesel zahlen. Im Februar hatte Super noch im Schnitt gut 1,25 Euro gekostet. An den Tankstellen in den USA nähert sich der Benzinpreis kurz vor Ostern wieder der Schmerzgrenze für amerikanische Autofahrer von drei Dollar je Gallone (etwa 0,60 Euro je Liter). Die Amerikaner fahren überwiegend Autos mit hohem Verbrauch.

Die Iran-Probleme hatten die Ölmärkte stark verunsichert. Iran ist einer der weltgrößten Ölproduzenten. Etwa 25 Prozent des global verfügbaren Öls geht mit Tankern von den Ölländern am Persischen Golf durch die Straße von Hormuz. Die Meeresenge am Ausgang des Persischen Golfs wird auf einer Seite vom Iran beherrscht. Die jüngsten Auseinandersetzungen mit dem Iran zeigen die Nervosität der Ölmärkte bei geopolitischen Krisen. Sollte es zu einer Lösung im Iran kommen, könnte es kurzfristig fallende Ölpreise geben, glauben amerikanische Ölmarktexperten. Dagegen sagte Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung der „Rheinischen Post“: „Der Ölpreis wird sich in Richtung 70 Dollar weiterentwickeln und nicht wieder zurückgehen.“ Auch die Ölmärkte rechnen mit mittelfristig weiter steigenden Preisen. An der Nymex liegt der Juli-Kontrakt momentan schon bei 68,25 Dollar. Öl zur Auslieferung im Mai nächsten Jahres kostet 70,04 Dollar je Barrel. dpa/Tsp

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