Teures Wohnen : Mieter zahlen für Strom 20 Prozent mehr

Wohnungsunternehmen schlagen Alarm: Energie darf nicht zum Luxusgut werden.

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Mieter in Sorge: Das Leben wird immer teurer. Foto: dpa
Mieter in Sorge: Das Leben wird immer teurer.Foto: dpa

Mieter in Berlin und Brandenburg zahlen im Schnitt gut 20 Prozent mehr für Strom als noch vor zwei Jahren. Alle Energiekosten, also Heizung und Warmwasser einberechnet, haben sich sogar in Berlin um mehr als ein Drittel und in Brandenburg um 42 Prozent verteuert. Angesichts der Steigerung fordert der Verband der Berlin-Brandenburgischen Wohnungsunternehmen BBU ein Absenken der Mehrwertsteuer für Energie von 19 auf sieben Prozent sowie eine Überprüfung der Energiewende und ein Ende von Preissubventionen zulasten der Kleinverbraucher. „Die Energiewende, die wir grundsätzlich begrüßen, darf nicht dazu führen, dass Energie ein Luxusgut wird“, sagte BBU-Vorstand Maren Kern am Donnerstag in Potsdam bei der Vorstellung der Preisdatenbank 2013.

Untersucht hat der Verband die Entwicklung sämtlicher Betriebskosten, also die Preise für Erdwärme, Erdgas, Müllentsorgung und Wasserversorgung. Maßstab ist ein Mehrfamilienhaus mit 30 Wohnungen. In Berlin liegt der Marktanteil der BBU-Unternehmen nach eigenen Angaben bei 40 und in Brandenburg bei 50 Prozent. Außer bei der Energie weist die Untersuchung aber keine wesentlichen Kostensteigerungen auf. In Berlin haben dem BBU zufolge nur die Müllentsorgungsgebühren mit 23,95 Euro pro Kubikmeter gegenüber 2012 um 3,4 Prozent und damit noch über der Inflationsrate zugelegt. Im Vergleich zu anderen deutschen Städten sei Berlin damit noch günstig. In Potsdam etwa seien 31,85 Euro fällig, in Dresden fast 38 und in Düsseldorf sogar 63 Euro. In Brandenburg reichen die Kosten von 29, 41 Euro in Bernau (Barnim) bis gut 58 Euro in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin). Die Kosten für die Wasserversorgung im Land stiegen leicht um ein Prozent, in Berlin gingen sie sogar um 0,2 Prozent auf 5,09 Euro je Kubikmeter zurück.

Die Entwicklung der Strompreise dagegen bezeichnete BBU-Vorstand Kern als „mittlerweile völlig von der Einkommensentwicklung abgekoppelt“. Der Anstieg seit 2011 bedeute für Verbraucher eine Mehrbelastung von mehr als 50 Euro, so Kern. Teurer wurde in Berlin (+9,8%) und Brandenburg (+12,6%) im gleichen Zeitraum auch die Fernwärme. Der Preis für Erdgas stieg dagegen in Berlin um sechs Prozent, in Brandenburg sogar um gut zehn Prozent. Da schon 90 Prozent der BBU-Gebäude modernisiert seien, lasse sich der Anstieg der Kosten kaum noch durch energetische Sanierung abfedern, sagte Kern. „Auf den Stromverbrauch hat die energetische Sanierung ohnehin keinen Einfluss“, gab Verbandsvorstand Kern zu bedenken.

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