Textilien : Wäschehersteller Schiesser stellt Insolvenzantrag

Trotz erfolgreicher Restrukturierung und positiver Geschäftsentwicklung kann die notwendige Anschlussfinanzierung bei Schiesser nicht sichergestellt werden - und zwingt den Wäschehersteller zum Insolvenzantrag.

Schiesser stellt Insolvenzantrag
Stellenstreichungen sind wohl unvermeidlich. -Foto: dpa

RadolfzellAltlasten aus der Vergangenheit hätten neben den akuten Problemen zu 65 Millionen Euro Bankschulden geführt, begründete der vorläufige Insolvenzverwalter der Traditionsfirma, Volker Grub, die Entscheidung. Trotz der Finanzprobleme beabsichtige der Vorstand jedoch, das Unternehmen zu sanieren und fortzuführen, hieß es. Ein Umsatzanstieg um 20 Prozent im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat und acht Prozent mehr Vorbestellungen für die Herbst- und Winterkollektion bestärkten die Führungsspitze bei diesem Vorhaben.

Schiesser mit Sitz in Radolfzell am Bodensee (Kreis Konstanz) stellt Unter- und Nachtwäsche sowie Sportwäsche her. Das Unternehmen hat rund 2300 Mitarbeiter. Schiesser wurde 1875 gegründet und ist heute eine Tochter der Schiesser Group AG mit Sitz im schweizerischen Küsnacht. Die Schiesser AG hat ihrerseits vier Tochtergesellschaften in Deutschland und neun in anderen europäischen Ländern.

Im Jahr 2008 lag der Umsatz bei 130 Millionen Euro. In Radolfzell hat Schiesser rund 600 Beschäftigte in den Bereichen Produktentwicklung und Design sowie Marketing, Vertrieb und Verwaltung. Die Belegschaft wird um 90 Stellen verringert. Die Produktion ist bereits vor Jahren nach Fernost und Osteuropa ausgelagert worden. (rope/dpa)

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