Wirtschaft : Textilmaschinenbau: Es geht wieder aufwärts

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Die Asienkrise und das darauf folgende sehr schwierige Jahr 1998 ist vergessen: Im deutschen Textilmaschinenbau geht es wieder aufwärts und das stärker als selbst die Optimisten erwartet hatten. "Derzeit verspürt unsere Industrie wieder einen kräftigen Rückenwind. Das erste Halbjahr 2000 verlief ausgesprochen positiv: Die Unternehmen konnten fast 50 Prozent mehr Bestellungen aufnehmen als im ersten Halbjahr 1999", sagt Erich Thies, Sprecher des Fachverbandes Textilmaschinen im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Die Produktion der Unternehmen läuft derzeit an der Kapazitätsgrenze. Allerdings wird es auch für die Textilmaschinenhersteller immer schwerer, qualifiziertes Personal zu finden. "Der Mangel an Fachkräften wird immer mehr zum begrenzenden Faktor für höheres Wachstum und für mehr Beschäftigung", sagte Erich Thies am Dienstag in Frankfurt. Bei den Ingenieuren sei der Mangel trotz guter Berufsaussichten sogar akut. Trotzdem werde die Beschäftigung in den nächsten Monaten leicht zunehmen. Derzeit werden bei 70 Prozent der Firmen Überstunden geleistet, die Kurzarbeit hingegen ist drastisch zurückgegangen. Ende Juni zählten die meist mittelständischen Textilmaschinen-Hersteller rund 36 000 Mitarbeiter.

Für das gesamte Jahr rechnet der Fachverband angesichts des weltweit auch in der Textilindustrie günstigen Klimas mit einem Auftragsplus von etwa 40 Prozent. Vor allem das Auslandsgeschäft werde weiter boomen. Die Produktion werde um etwa 40 Prozent zulegen, schätzt Thies. 1999 hatte der deutsche Textilmaschinenbau noch einen Produktionsrückgang von 21 Prozent auf 6,9 Milliarden Mark und ein Exportminus von 23 Prozent auf 6,1 Milliarden Mark hinnehmen müssen. Wegen der guten Auftragssituation zeichnen sich nach Angaben von Thies auch wieder steigende Erträge ab. Aufgrund der wieder erfreulichen Geschäftslage werden die deutschen Textilmaschinenhersteller, die seit Jahren absolute High-Tech-Produkte liefern, ihre weltweit führende Positionen festigen. 1998 lag ihr Anteil am Weltexport mit 7,9 Milliarden Mark bei 32 Prozent, Japan erreichte mit 3,7 Milliarden Mark nicht einmal die Hälfte vor der Schweiz und Italien mit je etwa 3,2 Milliarden Mark. Im ersten Quartal dieses Jahres konnten die deutschen Firmen die Ausfuhr um 20 Prozent steigern.

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