Wirtschaft : Theaterkarten

Die neue Spielzeit ist eröffnet, die Preise sind meist die alten

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PREIS DER WOCHE

Die Vorhänge öffnen sich wieder: Die Spielpläne sind neu, die Preise für die Eintrittskarten haben sich an vielen Theatern wenig geändert. Zwar seien die Preise in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, heißt es beim Deutschen Bühnenverein, doch nicht so stark wie die Kosten. Was ein Besucher im Schnitt für eine Karte zahlen muss, mag man beim Verband nicht sagen, die Variation der Preise sei zu groß. Und bei den öffentlichen Theater ist der Kartenpreis ohnehin keine betriebswirtschaftliche, sondern eine politische Entscheidung. Die Bühnen erfüllen einen Kultur und Bildungsauftrag – und werden dafür vom Staat finanziell unterstützt. Pro Besucher wird eine Karte mit rund 96 Euro bezuschusst. Im Schnitt bestreiten die geförderten Theater nur 16 Prozent ihres Budgets durch eigene Einnahmen.

Anders als beim Bühnenverein hat Klaus- Peter Schulenberg, Chef der CTS Eventim AG, in den vergangenen drei Jahren deutschlandweit einen deutlichen Preisanstieg von 20 bis 25 Prozent bei den Theaterkarten beobachtet, die seine Firma vermarktet. Darunter sind viele private Theater. Bei CTS koste eine Theaterkarte im Schnitt 60 Euro. Der Preis setze sich so zusammen: Etwa 50 Euro gehen an das Theater, einen Euro verlangt CTS als Servicegebühr, 0,75 Euro ist der Beitrag für den öffentlichen Nahverkehr, neun Euro kommen in Berlin als Vorverkaufsgebühr (18 Prozent) dazu.

Im Deutschen Theater in Berlin hat es dagegen seit vier Jahren keine Preiserhöhung gegeben, sagt Jörg Freckmann, Leiter des Besucherdienstes. Den größten Teil der Kosten verursacht übrigens mit knapp 90 Prozent das Personal. Der Preis für die Karte richte sich nach dem Aufwand der Produktion – und dem Wochentag. Am Wochenende sind die Karten teurer, da kommen die Touristen. Die Finanzkraft des Berliner Publikums sei dagegen nicht so groß: „Da gibt es keinen Spielraum für Preiserhöhungen“, sagt Freckmann. vis/Foto: Superbild

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