Wirtschaft : Thomas Cook gibt Ferienclub Aldiana ab

Beste Chancen hat ein US-Finanzinvestor – Erster Schritt zur Sanierung des Reisekonzerns

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Frankfurt am Main – Der deutsche Reisekonzern Thomas Cook will sich auf dem Weg der Sanierung von seinem FerienclubBetreiber Aldiana trennen. Wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr, steht der amerikanische Finanzinvestor Advent International kurz vor dem Kauf des Anbieters für gehobenen Cluburlaub. Advent gehört zu den zwölf größten Unternehmen der Branche.

Aldiana betreibt derzeit 13 Ferienanlagen, von denen die meisten an Stränden im Süden Europas liegen. Freude bereitete Aldiana seiner Konzernmutter allerdings nicht: Während die Robinson Clubs des deutschen Erzrivalen Tui seit Jahren als sichere Ertragsquelle gelten, ist Thomas Cook mit seinem Club-Konzept gescheitert. Der Unternehmenswert von Aldiana wird in der Private-Equity-Branche auf gut 125 Millionen Euro geschätzt. Das entspricht in etwa einem Jahresumsatz. Zwar berichtete Aldiana zuletzt über steigende Buchungseingänge, Branchenkennern zufolge leidet der Anbieter jedoch unter ungünstigen Finanzierungsformen sowie einer schwachen Auslastung der Anlagen.

Finanzkreise gehen davon aus, dass Advent schon in wenigen Wochen den Zuschlag erhalten wird. Neben dem US-Finanzinvestor soll auch ein spanischer Bauunternehmer Interesse an Aldiana angemeldet haben, hieß es. Ein Sprecher von Thomas Cook sagte, derzeit würden „mehrere Optionen“ zur Zukunft von Aldiana geprüft.

Das Abstoßen defizitärer Konzernteile werten Branchenexperten als Vorläufer eines Sanierungsprozesses, an dessen Ende der komplette Verkauf von Thomas Cook stehen könnte. Die Gesellschafter Lufthansa und Karstadt-Quelle, die je 50 Prozent an Europas zweitgrößtem Reisekonzern halten, zeigen kein großes Interesse mehr an ihrem Joint-Venture, das 1999 aus der Fusion von Condor und Neckermann Reisen entstand. Harald Pinger, Interimschef des Karstadt-Quelle-Konzerns, deutete in der Vorwoche erstmals offiziell Verkaufsabsichten an: „Wir sind nicht darauf fixiert, dass Thomas Cook ein notwendiger Bestandteil des Konzerns ist“, sagte er. Die Beteiligung würde jedoch „sicher nicht mehr in 2005“ verkauft. ebe/pk/rob/HB

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