Wirtschaft : Thomas Cook schafft die Wende

Touristikkonzern rechnet 2005 wieder mit Gewinn

Rolf Obertreis

Frankfurt am Main – Trotz massiver Belastungen durch die drastisch gestiegenen Kerosinpreise hat Europas zweitgrößter Touristik-Konzern Thomas Cook die Sanierung nahezu abgeschlossen. „Wir sind durch, mein Nachfolger Thomas Holtrup übernimmt am 1.November ein Unternehmen, das wieder auf festen Beinen steht“, sagte Vorstandschef und Sanierer Wolfgang Beeser am Mittwoch in Frankfurt. Der Manager war Anfang 2004 geholt worden, um die defizitäre Tochter von Lufthansa und Karstadt-Quelle wieder aus den roten Zahlen zu holen.

Der frühere T-Online-Chef Thomas Holtrup wird am 1. November ein Unternehmen leiten, das nach vier Jahren wieder einen deutlichen zweistelligen Vor- und Nachsteuer-Millionen-Gewinn aufweist. Im Vorjahr hatte Thomas Cook noch einen Verlust von fast 180 Millionen Euro eingefahren. Aber schon nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2004/2005, das Ende Oktober abgeschlossen wird, steht Thomas Cook wieder erheblich besser da. Das Ergebnis vor Steuern liegt zwar noch mit gut 71 Millionen Euro im Minus. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum ist dies aber eine Ergebnisverbesserung um fast 216 Millionen Euro. Derzeit zähle der Konzern für die Wintersaison ein Buchungsplus von sechs Prozent, in Deutschland beläuft sich der Zuwachs sogar auf ein zweistelliges Plus.

Diese Veränderungen erreichte Thomas Cook, obwohl sich die Mehrbelastungen für das stark verteuerte Kerosin auf rund 90 Millionen Euro belaufen und für das gesamte Geschäftsjahr auf 130 bis 150 Millionen Euro steigen werden. Durch Einsparungen an anderer Stelle könne dieser Aufwand aber weitgehend aufgefangen werden, sagte Heuberg. Die Einschnitte seien nicht leicht gewesen. „Vor allem der Abbau von 2600 Arbeitsplätzen ist an die Nieren gegangen“.

Als wichtiger Faktor für die Sanierung erwies sich der Umbau des Ferienfliegers Condor. Die Auslastung der Jets wurde auf gut 84 Prozent gesteigert. „Condor und alle Veranstalter des Konzerns werden am Jahresende schwarze Zahlen schreiben“, ist sich Beeser sicher. Das Reisen mit Thomas Cook wird allerdings aufgrund der hohen Kerosinpreise teurer. „Wir können das nicht auffangen“, sagt Beeser. Im Winter steigen die Preise um 1,5 bis zwei Prozent. Für den nächsten Sommer steht die Preiserhöhung noch nicht fest.

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