Wirtschaft : Thomas Cook streicht zehn Prozent der Stellen Neuer Chef muss Kosten senken

250 Millionen Euro Konzernverlust

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Frankfurt (Main) (fw). Der Reisekonzern Thomas Cook will nach großen Verlusten im abgelaufenen Geschäftsjahr einen rigiden Sparkurs einschlagen. „Energische Kostensenkungsmaßnahmen“ von 150 000 Millionen Euro seien nun dringend nötig, sagte der neue Chef des Unternehmens, Wolfgang Beeser, am Dienstag in Frankfurt am Main bei der Vorstellung seines Sanierungsplans. Im Geschäftsjahr 2002/2003 hat der Konzern einen Verlust nach Steuern von 251 Millionen Euro gemacht, der Umsatz sank um 10,1 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr rechnet Beeser immer noch mit einem „deutlichen Verlust“.

Beeser hat die Führung des Unternehmens Anfang des Jahres von seinem Vorgänger Stefan Pichler übernommen, der die Kosten nicht in den Griff bekommen hatte. Auch Pichler hatte im vergangenen Jahr einen Sparplan angekündigt – diesen aber nicht umgesetzt. „Es sind zwei Paar Schuhe, ob man von Kostensenkungsmaßnahmen spricht oder ob man sie realisiert“, sagte Beeser mit Blick auf seinen Vorgänger. Es stünden nun harte Verhandlungen mit den Gewerkschaften bevor.

Denn den Großteil der Kosten will Beeser beim Personal sparen – 500 der insgesamt 5000 Stellen des Konzerns in Deutschland sollen gestrichen werden, die Mitarbeiter aus München sollen zum Hauptsitz nach Oberursel bei Frankfurt umziehen. Beeser rechnet auch mit betriebsbedingten Kündigungen. Allein bei der konzerneigenen Fluggesellschaft sollen 100 Millionen Euro eingespart werden. Beeser will mit den Mitarbeitern die Tarifverträge neu verhandeln, um mit Wettbewerbern wie Air Berlin auf einen ähnlichen Stand zu kommen. Zudem soll das Einzelplatzgeschäft ausgebaut werden, um die Flugzeuge besser zu füllen. Die Manager von Thomas Cook werden mit einem Gehaltsverzicht in den kommenden drei Jahren 2,2 Milliarden Euro einsparen. Optimistisch zeigte sich Beeser bei der Buchungslage: die Buchungen seien momentan im Vergleich zum Vorjahr um 3,7 Prozent höher – dieser Trend werde sich im Laufe des Jahres weiter fortsetzen, so Beeser.

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