Wirtschaft : Thomas Cook verpasst sein Gewinnziel

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Frankfurt (Main) (hz/HB). Europas zweitgrößter Tourismuskonzern Thomas Cook stellt sich nach Handelsblatt-Informationen darauf ein, sein Gewinnziel im laufenden Jahr nicht mehr zu erreichen. „Es dürfte sehr schwierig werden, das ursprünglich prognostizierte Ergebnis noch zu erreichen", hieß es im Konzern. Offiziell will Thomas Cook bei der Vorlage der Zahlen des zweiten Quartals am 26. Juni zum Ergebnis Stellung nehmen.

Bisher hatte der Konzern, der je zur Hälfte Lufthansa und Karstadt-Quelle gehört, darauf gesetzt, mit einem massiven Kostensenkungsprogramm von mehr als einer halben Milliarde Euro im Geschäftsjahr 2002 noch ein Ergebnis vor Steuern und Goodwill-Abschreibungen (Ebta) nahe am Vorjahreswert von 155,2 Millionen Euro zu erzielen.

Das erscheint jedoch angesichts der jüngsten Nachfrageeinbrüche in Deutschland fraglich. Der Reisekonzern hofft noch, dass der Gewinnrückgang auf Grund wieder steigender Buchungszahlen nicht allzu groß ausfallen wird. Experten halten allerdings ein deutliches Minus inzwischen für wahrscheinlich.

Europas größter Reisekonzern Preussag hatte zwar am Wochenende Befürchtungen beschwichtigt, das Reisejahr 2002 sei nicht mehr zu retten. Der Branchenprimus musste aber einräumen, dass die Buchungen auf dem deutschen Reisemarkt in diesem Sommer bisher um 16 Prozent eingebrochen sind. Die Reiseunternehmen der Preussag-Gruppe hätten jedoch mit einem Minus von 14 Prozent in Deutschland besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt. Auch Thomas Cook verbuchte nach Worten von Thomas-Cook-Chef Stefan Pichler einen Buchungsrückstand von 12 Prozent bis 14 Prozent.

Der Anschlag auf eine Synagoge im tunesischen Djerba hat den deutschen Touristen nach Ansicht des Thomas-Cook-Chefs die Lust auf Urlaub vorerst verdorben. Die Buchungen seien kurz nach dem Attentat von Djerba erneut um einen zweistelligen Prozentsatz eingebrochen, erholten sich derzeit jedoch wieder. Der neuerliche Dämpfer trifft die Unternehmen besonders hart, weil die Sommersaison in der Touristik-Branche rund drei Viertel des Jahresgeschäfts ausmacht.

Wie bereits in den vergangenen Tagen verlautete, erwägt Thomas Cook darum erneut Kapazitätskürzungen für den Sommer. Cook werde flexibel auf den Markt reagieren müssen, hieß es. Mitte April hatte Cook bereits entschieden, gut 10 Prozent der Flüge und Hotels für den Sommer aus dem Programm zu nehmen.

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