Wirtschaft : Thomas Ganswindt in Untersuchungshaft

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Für mehr als zwei Jahre – vom 1. Oktober 2004 bis zum 30. September 2006 – saß Thomas Ganswindt im höchsten Führungsgremium des Siemens-Konzerns. Dort verantwortete er die Kommunikationssparte Com und den IT-Dienstleister SBS. Die Kommunikationssparte machte vor ihrer Zerschlagung den größten Siemens-Bereich aus. Eine Zeitlang galt der 46-Jährige als möglicher Nachfolger von Heinrich von Pierer . Doch dann wurde Klaus Kleinfeld Anfang 2005 Vorstandschef.

Die Mitglieder des Zentralvorstands sind für die strategische Ausrichtung des Konzerns zuständig. Das operative Geschäft leiten die Bereichsvorstände. Hier war Ganswindt zuvor als Vorsitzender des Bereichsvorstandes von Information and Communications Networks (ICN) – der früheren Festnetzsparte – tätig. Der „knallharte Sanierer “ Ganswindt habe sich den Aufstieg in den Konzernvorstand mit einer harten Haltung gegenüber der Belegschaft erkauft, kritisierte ihn die IG Metall. 20 000 Jobs habe er gestrichen. Doch nach der Auflösung von Com und dem Verkauf großer Teile von SBS gab es im Zentralvorstand immer weniger Aufgaben für den Manager, der seit Anfang 1989 bei Siemens arbeitete.

Ganswindt, studierter Maschinenbauer, begann bei Siemens im Bereich Automatisierungstechnik. Es brachte es im Bereich Transportation Systems bis zum Vorstand. 2001 machte Pierer ihn zum Chef des Netzwerkgeschäfts. Ende September dieses Jahres ging Ganswindt – auf eigenen Wunsch, hieß es. Seither ist er Chef der Luxemburger Elster Group (ehemals Ruhrgas Industries), die Anlagen für die Gas-, Strom- und Wassermessung produziert. vis

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