Thomas Mayer : Deutsche Bank verliert Chefvolkswirt

Thomas Mayer war Chefvolkswirt der Deutschen Bank - und unbequem. Die designierten Nachfolger von Josef Ackermann an der Spitze des Instituts haben bereits einen Nachfolger gefunden.

Thomas Mayer
Thomas MayerFoto: REUTERS

Der bisherige Chefvolkswirt der Deutschen Bank tritt ab. Wie das größte deutsche Geldhaus mitteilte, will sich Thomas Mayer künftig der wissenschaftlichen Forschung widmen. Sein Nachfolger wird zum 1. Juni der neue Leiter der gesamten Analyse-Abteilung, David Folkerts-Landau. Wie sein Vorgänger Norbert Walter vertrat Mayer in der Öffentlichkeit gelegentlich kontroverse Meinungen. Die Bank betonte, Mayer bleibe aber Berater des Managements in volkswirtschaftlichen Fragen. Der scheidende Bankchef Josef Ackermann lobte Mayer als wichtigen Ratgeber. Der renommierte Wirtschaftsexperte war seit 2010 Chefvolkswirt und davor sieben Jahre lang Europa-Chefökonom des Instituts. Die volkswirtschaftliche Abteilung DB Research genießt innerhalb der Bank eine recht große Unabhängigkeit. Ackermanns Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen ziehen die Analyseabteilung nun enger an die übrige Bank heran und werten die Leitungsposition auf: Folkerts-Landau steigt in den erweiterten Vorstand (GEC) auf.

Walter kritisierte die Entscheidung. Das passe eher zu einer Investmentbank, die keine unabhängige volkswirtschaftliche Abteilung haben wolle, sondern nur daran interessiert sei, den Verkauf von Finanzprodukten zu unterstützen, sagte er dem „Handelsblatt“. rtr, dpa

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