Wirtschaft : Thyssen Industrie legt kräftig zu

Vorstandschef Rohkamm erwartet im nächsten Jahr "spürbaren Gegenwind" durch Asienkrise ESSEN (rtr/ADN/dpa).Die Wirtschaftskrise in Asien wird sich auf den Investitionsgüterkonzern Thyssen Industrie im laufenden Geschäftsjahr 1997/98 (zum 30.September) nicht wesentlich auswirken.Bei größeren Projekten in Ostasien gebe es bislang keine Stornierungen, sagte Vorstandschef Eckhard Rohkamm am Dienstag bei der Hauptversammlung in Essen."Im nächsten Jahr dürfte aber spürbarer Gegenwind kommen", sagte er.Dennoch setze der Konzern weiter auf die Wachstumsregion.In das neue Geschäftsjahr ist Thyssen Industrie gut gestartet.Umsatz und Auftragseingang hätten in den ersten fünf Monaten 1997/98 im Vergleich zur Vorjahresperiode zweistellig zugelegt, sagte Rohkamm.Der Auftragseingang sei um 41 Prozent auf 6,5 Mrd.DM gestiegen.Den Zuwachs begründete Rohkamm im wesentlichen mit der positiven Entwicklung im Bereich Werften.In den letzten Wochen seien Aufträge für zwei Container-Schiffe, einen Schwimmbagger und zwei Kreuzfahrtschiffe eingegangen.Damit sei die Beschäftigung bei den Töchtern Blohm + Voss und den Thyssen Nordseewerken bis ins Jahr 2000 hinein gesichert.Der Umsatz von Thyssen Industrie lag den Angaben zufolge in den ersten fünf Monaten 1997/98 mit 5,3 Mrd.DM um 27 Prozent über dem Vorjahreswert.In der Debatte forderten Aktionärsvertreter, die Kündigungs des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages mit der Mutter Thyssen AG.Nach Ansicht dieser Anteilseigner benachteilige der Vertrag Kleinaktionäre gegenüber den Großaktionär Thyssen.Laut dem Vertrag bekommt Thyssen den jährlichen Gewinn der Tochter ganz, die Kleinaktionäre dagegen bloß eine anteilige Ausschüttung der Thyssen-AG-Dividende.Rohkamm bezeichnete eine Kündigung des Vertrages als immer unwahrscheinlicher und kündigte an, daß die Muttergesellschaft Thyssen AG im Zuge der geplanten Fusion mit dem Krupp-Konzern ihren Anteil an Thyssen Industrie um rund fünf Prozent auf über 95 Prozent aufstocken werde.Nach Rohkamms Worten kann es jedoch unter Umständen zu einem Wegfall des Beherrschungsvertrages mit der Blohm + Voss AG kommen.Dadurch sollte den Aktionären aber kein Schaden entstehen.Für die Magnetschwebebahn Transrapid erwarte Thyssen Industrie noch im Laufe dieses Sommers den Abschluß des Bauauftrags, sagte Rohkamm.Das Unternehmen rechne damit, daß das Projekt noch vor der Bundestagswahl "in trockenen Tüchern" sein werde.

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