Wirtschaft : Thyssen-Krupp baut ab 3000 Verwaltungs-Stellen sollen gestrichen werden

Essen - Der angeschlagene ThyssenKrupp-Konzern verschärft sein Sparprogramm und will 3000 Arbeitsplätze in der Verwaltung streichen. Rund 1500 davon sollen in Deutschland wegfallen. Weltweit werde damit jeder fünfte Job in der Konzernverwaltung gestrichen, teilte das Unternehmen mit. Auf betriebsbedingte Kündigungen soll verzichtet werden.

An der Börse waren die Aktien von ThyssenKrupp am Mittwoch zunächst Spitzenreiter im DAX. Bis zum Mittag legte das Papier um rund 2,6 Prozent zu. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren rund 250 Millionen Euro eingespart werden. Der Konzern hatte in diesem Jahr bereits die Streichung von 2000 Stellen in seinem europäischen Stahlgeschäft, vorwiegend in Deutschland, angekündigt. Schwerpunkt der aktuellen Stellenstreichungen soll die Zentrale in Essen sein. In der Zahl enthalten sind auch einige hundert Jobs in der Stahl-Verwaltung, so dass derzeit insgesamt fast 5000 Stellen auf der Streichliste stehen. Thyssen-Krupp beschäftigt weltweit gut 150 000 Mitarbeiter, davon nur noch gut ein Drittel in Deutschland.

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres hat das Unternehmen mit einem Minus von 822 Millionen Euro weiter hohe Verluste eingefahren. Maßgeblich seien Abschreibungen auf die Stahlwerke in Übersee von 683 Millionen Euro, heißt es. Hinzu kamen weitere Verluste im amerikanischen Stahlgeschäft. Im europäischen Stahlgeschäft verbuchte Thyssen-Krupp einen Einbruch beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um 85 Prozent. Mit 19 Millionen Euro Gewinn blieb der Konzern in seiner Traditionssparte wenigstens im Plus.

Das zurückliegende Geschäftsjahr hatte Thyssen-Krupp mit einem Rekordverlust von rund fünf Milliarden Euro abgeschlossen.dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben