Wirtschaft : Thyssen-Krupp stoppt den Abwärtstrend

Gewinn fällt höher als erwartet aus – Ausblick lässt Aktie steigen

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Düsseldorf (tas). Der Stahl- und Industriekonzern Thyssen-Krupp hat trotz der weiterhin ungünstigen Konjunkturlage den Wendepunkt erreicht. Am Donnerstag teilte das Düsseldorfer Unternehmen in einem Zwischenbericht mit, dass nach der schwachen ersten Jahreshälfte nun wieder höhere Gewinne angepeilt werden. Positiver Indikator für die Ertragswende ist der traditionell wichtige Stahlbereich. Nachdem hier im ersten und zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres, das am 30. September endet, rote Zahlen geschrieben wurden, erzielte Thyssen-Krupp im dritten Quartal wieder Gewinne. Insgesamt konnte der Konzern in allen sieben Unternehmenssegmenten mit einem Plus abschneiden. Dies und der verhalten gute Ausblick führten dazu, dass Anleger positiv reagierten und die Aktie des Stahlkonzerns am Donnerstag um zeitweise sieben Prozent zulegen konnte.

Zwar weist Thyssen-Krupp in den Monaten April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Gewinnrückgänge aus, jedoch hatten Analysten im Vorfeld schlechtere Zahlen erwartet. Der Gewinn vor Steuern lag im Berichtszeitraum bei 316 (Vorjahr: 435) Millionen Euro, das Betriebsergebnis bei 399 (482) Millionen Euro. Dagegen blieben die Auftragseingänge mit 9,43 Milliarden Euro und der Umsatz mit 9,6 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.

„Speziell im wichtigen Stahlgeschäft hat der Konzern einen massiven Ergebnis-Swing verzeichnet“, sagte Analyst Frank Biller von der Baden-Württembergischen Bank. Hier konnte Thyssen-Krupp im dritten Quartal einen Gewinn vor Steuern von 121 Millionen Euro erreichen. Im Vergleich zum Vorjahr (346 Millionen Euro) entspricht das zwar einem deutlichen Rückgang, jedoch wurde der negative Ergebnistrend aus der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres (minus 65 Millionen Euro) gebrochen. Die Nachfrageerholung auf dem internationalen Stahlmarkt wirke sich zunehmend positiv aus, teilte Thyssen-Krupp mit.

Bereits zum 1. Juli 2002 hat das Unternehmen Preiserhöhungen bei Stahlprodukten durchgesetzt. Zusätzliche Anhebungen kündigte der Konzern zum 1. Oktober 2002 und 1. Januar 2003 an. Mögliche Risiken infolge des Stahlhandelskonfliktes mit den USA stufte Thyssen-Krupp als gering ein. Das Unternehmen liefert lediglich zwei Prozent seines Stahlumsatzes dorthin. Zudem habe der Konzern bei seinen Anträgen auf Freistellung seiner US-Lieferungen von den Zöllen erste Teilerfolge erzielt. 137000 von insgesamt 360000 Tonnen Stahl, die in die USA geliefert werden sollen, seien bereits von den Schutzzöllen befreit worden.

Im Gesamtjahr rechnet Thyssen-Krupp nun damit, die im Mai nach unten korrigierte Ergebnisprognose zu erfüllen. Dabei hofft das Unternehmen darauf, dass sich die positive Entwicklung aus dem dritten Quartal bis zum Ende des Geschäftsjahres weiter fortsetzt. Die letzten drei Monate werden jedoch durch saisonale Effekte und einmalige Restrukturierungskosten im Bereich der Automobilzulieferung in Höhe von einhundert Millionen Euro belastet, teilte der Konzern mit. Trotzdem soll der angestrebte Gewinn vor Steuern in Höhe von 400 Millionen Euro erreicht werden. Beim Umsatz rechnet Thyssen-Krupp mit 36 Milliarden Euro, was fünf Prozent weniger wäre als im vorangegangenen Geschäftsjahr.

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